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Apsilon und Boondawg brauchen keine „Reichen Freunde“ 

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Der Berliner Rapper Apsilon kündigte sein Debütalbum „Haut wie Pelz“ für den 4. Oktober 2024 an. Nach der ersten Ansage in Form von „Lost in Berlin“, in der der Moabiter mit dem desolaten Stand der Welt und seiner Heimatstadt hadert, geht Apsilon nun zusammen mit dem Trap-Rapper Boondawg auf „Reiche Freunde“ alle faken Möchtegern-Poser an, die sich in ihren Kreis drängen wollen. Denn mit Erfolg kommt immer auch der Neid. Boondawg und Apsilon strecken dem jedoch den metaphorischen Mittelfinger entgegen.

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Ein weiterer, imposanter Vorgeschmack

In der Meisternarrative von Apsilons Album über sein Leben als junger Erwachsener mit türkischen Wurzeln, der in der deutschen Metropole aufwächst, reiht sich „Reiche Freunde“ als ein direkter Disstrack ein. In den vorherig veröffentlichten Songs und Videos teaserte Apsilon die Rahmengeschichte einer Generationsauseinandersetzung an. Dabei erzählten diese bisher aus der Perspektive seiner Großeltern und zogen Vergleiche zu Nachwirkungen ihrer Diskriminierung, die die Generation ihrer Enkel heute noch zu spüren kriegen. In „Reiche Freunde“ liegt der Fokus nun auf Apsilon im Hier und Jetzt. Auf Apsilon, dem erfolgreichen Rapper – einen Rang, den er dank seines Talents, seiner harter Arbeit und seinem Umfeld aus Familie und Freunde, die er sein Leben lang kennt, erreicht hat.

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Gesellschaftskritik als Ansage

Der Erfolg zieht aber auch die Geier an. Denn die „reichen Freunde“ stehen hier für die Ansammlung von Menschen, die sich in ihren erfolgreichen Bubbles zusammenschließen, weil sie nun mal Erfolg und Geld haben. Nicht weil sie mit Integrität hinter ihren Produkten oder Messages stehen, sondern weil sie damit einfach Geld machen wollen. Apsilon und Boondawg stellen sich da konkret dagegen. In Bazzazians epischer Produktion aus Horn-Samplern und perfekt dumpfen 808s rechnen die beiden Rapper mit dem Poserverhalten von diesen Leuten ab, die sich Geld und Erfolg nie erkämpfen mussten und in ihrer seichten Existenz einfach dahinschweben. Neben Nepobabies kriegen aber auch Rassist:innen, Groomer und Elitist:innen eine Klatsche ab: „Ihr seid auf Sylt, ihr seid auf Kokain / Du machst jetzt Flous, weil dein Vater macht Flous / Ihr klärt euch Teenies mit Flaschen im Club“. Die Hook greift diese Gesellschaftskritik jedoch kurz und knackig zusammen: „Keine neu’n reichen Freunde, ey, ja / Fick eure neu’n reichen Freunde, ey, ja (Yeah, yeah)

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