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Everything I wanted – In ihrem neuen Song wacht Billie Eilish aus einem Albtraum auf

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630 Millionen Klicks auf dem Hit „Bad Guy“, 14 Millionen Streams auf dem Debüt-Album nach nur einer Woche – und das nur in Deutschland. Billie Eilish aus Los Angeles ist Newcomerin und trotzdem eine Sängerin, die Rekorde bricht. Allerdings darf man nicht außer Acht lassen: Billie ist erst 17 Jahre alt und wird jetzt schon tagtäglich millionenfach mit Meinungen über sich selbst und ihre Musik überschüttet, positiv wie negativ, im Netz ebenso wie im echten Leben. Wie aus dem Nichts interessiert sich die ganze Welt für eine junge Frau, für die Kindheit und Jugend noch in greifbarer Nähe sind – eine Entwicklung, die an Billie Eilish nagt und mit der sie sich in ihrem neuen Song „Everything I wanted“ beschäftigt.

Billie Eilish – Everything I wanted

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Prismen von Pastell-Blau und zartem Gelb, feine Übergänge von Aprikosen-Rosa wie beim schönsten Sonnenaufgang, gebrochen durch geometrische Muster – so sieht das Cover von Billie Eilishs neuer Single aus. Ein surrealer Anblick, wie aus einem Traum, und davon ist „Everything I wanted“ schließlich auch inspiriert. Auf der Plattform „Genius“ verrät die Sängerin den düsteren Hintergrund: „Ich hatte tatsächlich einen Traum, in dem ich mich umgebracht hatte und es niemanden gekümmert hat und alle meine Freunde und die Leute, mit denen ich arbeite, auf einmal in der Öffentlichkeit sagten: „Ach, wir haben sie nie gemocht“. (…) Im Internet gab es einen Shitstorm über meinen Suizid und so etwas, das hat mich wirklich fertig gemacht.“Dieses Selbstmord-Szenario findet sich fast eins zu eins im Text wieder, den Billie mit ihrer weltbekannten, flüsternden Stimme vorträgt: „Thought I could fly, So I stepped off the Golden, mmh/ Nobody cried, Nobody even noticed“. Gemeint ist die Golden Gate Bridge in San Francisco, die sich bei genauerem Hinschauen in der Traumlandschaft auf dem Cover versteckt. Der Song handelt allerdings auch vom titelgebenden Traum, alles haben zu können, innerhalb weniger Monate mit Ruhm überschüttet zu werden – aber nicht glücklicher zu sein. Wenn Billie aus solchen Horror-Gedanken aufwacht, weiß sie genau wer für sie da ist und hinter ihr steht: Ihr älterer Bruder Finneas. Er wacht seit Tag Eins über seine kleine Schwester, produziert ihre Musik und hilft beim Schreiben der Texte, vor allem ist er aber auch eine psychische Stütze, wenn der Hunger der Öffentlichkeit zu viel wird. Die beiden Geschwister teilen eine tiefe Bindung und können sich bedingungslos aufeinander verlassen: „Egal was passiert, er wird immer für mich da sein und umgekehrt ist es genau so“. Auch auf musikalischer Seite unterstützt Finneas seine Schwester auf „Everything I wanted“. Er sorgt dafür, dass ihre Stimme genügend zur Geltung kommt, umgeben nur von verträumten Klavier-Klängen und einem reduzierten, langsamen House-Beat. Natürlich schwillt die Instrumentierung für den Refrain an, blubbert danach in einer unterschwelligen Bassline, aber hält stets das Scheinwerferlicht auf Billies Stimme und dem berührenden Inhalt. Die Gedanken, die Billie Eilish heimsuchen sind beängstigend – aber nicht stärker als das geschwisterliche Band zu ihrem Bruder.

Billie Eilish – where do we go? world tour

14.07.2020 – Berlin, Mercedes-Benz Arena 15.07.2020 – Köln, LANXESS arena

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