Kynda Gray ist gefangen in einer toxischen Beziehung
Nachdem das vielversprechende Signing von Division das letzte Jahr mit seiner Liebesballade „Anathema“ beendete, steht 2021 für Kynda Gray offenbar ganz im Zeichen des schönsten aller Gefühle – nämlich der Liebe. Seine letzte Veröffentlichung „Sucht“, die mit dem treibenden und gleichzeitig atmosphärischen Beat von Alexis Troy dazu verleitete, den Song über möglichst laute Boxen auf Anschlag zu hören, ließ den Musiker inhaltlich zwischen brennender Liebe und schmerzhafter Sucht und der universellen Frage „Du willst, dass ich dich rette, doch wie rett’ ich mich selbst?“ zurück.
Ähnlich emotional geht es auch heute weiter: Gemeinsam mit seinem treuen Begleiter Alexis Troy erzählt der Wilhelmshavener die bittersüße Liebesbeziehung aus „Sucht“ nun in seiner jüngsten Veröffentlichung „Immer Wenn Du Weinst“ weiter.
Kynda Gray – Immer Wenn Du Weinst
Die Verbindung, die in „Sucht“ noch eine hypnotisierende, abhängige Wirkung auf den Sänger hatte und schon dort erste toxische Züge zeigte, spitzt sich in „Immer Wenn Du Weinst“ soweit zu, dass Kynda nahezu dazu verdammt zu sein scheint, niemals von seiner Angebeteten loszukommen. Doch damit nicht genug, denn mit ihrem Unglück ist auch der Newcomer metaphorisch dem Untergang geweiht: „Immer wenn du broken bist, muss ich dich reparier’n / Und immer wenn du brennst, muss ich mit dir explodier’n / Und wenn du durch die Hölle gehst, geh‘ ich mit dir / Komm‘ nicht von dir los, auch wenn es mich ruiniert, yeah.“
Den toxischen Gedanken nimmt Kynda Gray auch bildlich auf und verwandelt das von saymyname produzierte Musikvideo zusätzlich in ein sphärisches Spannungsfeld, denn ebenso wie ungesunde Liebesbeziehungen oft zwischen euphorischen Hochs und düsteren Tiefs pendeln, spielt der norddeutsche Künstler in seinem Clip mit dem Kalt-Warm-Kontrast aus explosivem Rot und frostigem Blau – ein ausgeklügeltes Performance-Video, dass die inhaltliche Ebene von „Immer Wenn Du Weinst“ visuell hochwertig aufgreift.
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