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Off Days

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Ein paar entspannte freie Tage mit guter Musik, für die man nicht weit aus der Stadt herausfahren muss: So könnte man die Konzertreihe beschreiben, die am 20. und 21. August in den zwei deutschen Städten Berlin und Hamburg stattfindet – genauer gesagt im Hamburger Stadtpark und der Zitadelle Spandau in Berlin. Die Off Days sind streng genommen kein Festival, sondern eben Konzerte, die abends stattfinden. Ihr müsst also nicht das ganze Wochenende auf dem Gelände verbringen, sondern könnt mit frischer Energie in den neuen Abend reingehen. In Hamburg sind es insgesamt vier Acts, in Berlin sechs – diese Zahlen sehen vielleicht nicht beeindruckend aus, die Namen hingegen schon. Aus dem Lineup könnten nämlich alle Acts Headliner:innen auf den meisten Festivals sein.

Hochkarätiges Lineup

Der Fokus liegt hier auf Künstler:innen, die schon einige Zeit im Business sind und dennoch über die Jahre nichts vom Anspruch ihrer Musik eingebüßt haben. Kritiker:innen-Lieblinge, die expressive und ansteckende Kunst machen. Einer dieser Namen ist Róisín Murphy. Als eine Hälfte des Electro-Pop-Duos Moloko wurde sie berühmt. Seit 20 Jahren ist dieses Projekt aber nun schon aufgelöst und Róisín ist mit ihrer Solo-Karriere stets eine wichtige Figur in der Musikwelt geblieben. Letztes Jahr erschien ihr Album „Hit Parade“ in Zusammenarbeit mit dem deutschen Produzenten DJ Koze (einst von der Hip-Hop-Gruppe Fischmob). Die Künstlerin Peaches wiederum liefert einen Entwurf von Electro-Punk, der ungehemmt, feministisch und facettenreich ist. Neben Musik hat sie sich auch unter anderem in den Bereichen Film, Theater und Literatur ausgetobt – was sich aber durch ihre gesamte Kunst zieht: Ein sex-positives Mindset und das Aufbrechen von Stereotypen und Tabus.

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Wer gerne eine unterhaltsame Bühnenshow sieht, kann sich auf Marc Rebillet freuen. Viralität erlangte er zunächst auf YouTube, durch Videos, in denen er mit Loop-Station, einer handvoll Instrumenten und nur einem Bademantel bewaffnet, Songs in seinem Schlafzimmer performte. Humorvolle Texte und improvisierte One-Take-Songs sind seine Spezialität. Ein weiterer einflussreicher elektronischer Künstler aus dem Lineup ist Flying Lotus – obwohl „elektronisch“ eigentlich ein zu enger Begriff für ihn ist. Der Produzent vereint auch Einflüsse aus Jazz und Hip-Hop, um einen futuristisch klingenden, gänzlich eigenen Sound zu kreieren. Dadurch hat er schon mit so unterschiedlichen Künstler:innen wie Kendrick Lamar, Thundercat oder Thom Yorke zusammengearbeitet.

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Diese vier Acts treten in beiden Städten auf, das Berliner Lineup hat allerdings noch zwei weitere Artists zu bieten. Zum einen die Rockband Gossip, die mit Hits wie „Heavy Cross“ oder „Standing In The Way of Control“ vor allem in den 2000ern große Erfolge feierten. Nach längerer Pause hat die Band um Beth Ditto Ende letzten Jahres ihr Comeback bekanntgegeben und seitdem auch schon Singles veröffentlicht. Zu guter Letzt wartet noch Enny auf euch, eine junge Rapperin aus London. Ihr Sound klingt organisch, nach Einflüssen aus R&B, Gospel und Jazz; textlich widmet sie sich meist gesellschaftskritischen Themen.

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