10 schaurige Musikvideos zu Halloween – mit K.I.Z, Billie Eilish u. a.
K.I.Z feat. Outerspass – Was ist los
Einer der krankesten Songs auf dem letzten K.I.Z-Album war ihre Zusammenarbeit mit dem niederländischen Rap-Duo Outerspass. Bei „Was ist los“ ist der Name Programm. Das fragt man sich spätestens immer dann, wenn Outerspass loslegen. Dass es dabei auch ein krankes, „Was zum motherfuck is los?!!“-mäßiges Video geben musste, war da irgendwie Ehrensache. Und K.I.Z hatten ja schon immer Freude an Splatter- und Horror-Elementen. Hier lassen sie einen Jäger Amok laufen und präsentieren das Video in schönster „Found Footage“-Manier, mit freundlichen Grüßen an das „Blair Witch Project“.
Billie Eilish – Bury A Friend
Es ist einer DER Billie Eilish-Classis, wenn wir es so sagen wollen. „Bury A Friend“ war zu Beginn von Billies Karriere einer der Songs, mit denen sie sofort identifiziert wurde. Dabei ist das Video dazu genauso schaurig-einprägend wie der Song selbst, der durch den Titel aber auch Zeilen wie „I wanna end me“ beim Hören zwischenzeitlich ein Schauer über den Rücken schickt. In der Visualisierung findet sich die Künstlerin hier unter dem Bett des britischen Rappers Mehki Raine wieder, der dem Song einzelne Vocals beisteuert. Billie stolpert dabei durch ein verlassenes Apartment und wird von dunklen Gestalten gefangen. Neben dem Horror-Aspekt, der das Video durchzieht, stammt die Zeile „When We All Fall Asleep, Where Do We Go?“ daraus, die später den Titel von Eilish’s Debütalbum zierte.
Flatbush Zombies – Afterlife
Viele Songs und Videos auf dieser Liste sind eher auf subtile Weise morbid oder gruselig. „Afterlife“ von den Flatbush Zombies zeigt dagegen direkt wo der Hammer hängt und startet mit sechs Skeletten, die in einem Sarg ein siebtes Skelett tragen. Offensichtlich gruselig. Für das Musikvideo der Single nutzt das Rap-Trio aus Brooklyn eine spannende Mischung aus Animation und Film und lässt sich selbst und die anderen Protagonisten des Clips so bis auf die Knochen durchleuchten wie bei einer Röntgenaufnahme. In diesem schaurig-makabren Look sehen wir Szenen, wie sie aus jedem x-beliebigen Rap-Video stammen könnten: Es wird mit Waffen geflext, Würfel rollen und Stripperinnen lassen die Hüften kreisen – nur das man dabei eben die Beckenknochen live in Action sieht.
Denzel Curry – Clout Cobain
Denzel Curry ist eine exzentrische Figur im US-amerikanischen Rap-Game, ein Außenseiter, der sein Exil selbst so gewollt hat. 2018 hat der Rapper aus Florida aber zumindest für einen kurzen Moment beim großen Mainstream angeklopft und zwar mit „Clout Cobain“. Bis heute markiert die Single mit der eingängigen Hook und den wummernden 808-Bässen einen der erfolgreichsten Songs von Denzel Curry, gleichzeitig aber auch einen der düstersten. „I just wanna feel myself, you want me to kill myself“, tönt er hier als geschminkter Clown im großen Rap-Zirkus, ein Jahr nach dem Ableben von Lil Peep und wenige Wochen vor der Überdosis von Mac Miller. Zwischen tobenden Fans, Doublecups und Xanax-Tabletten liefert Denzel Curry mit „Clout Cobain“ nicht nur eine großartige Show im Sin-City-Look, sondern gibt ein gesellschaftskritisches Kommentar für umsonst mit dazu. Gern geschehen.
Die Ärzte – Junge
Zombies und Splatter gehen immer gut zusammen – das weiß jeder, der auch nur eine Folge der Serie „Walking Dead“ gesehen hat. Und dass Die Ärzte Fans von gutem oder bewusst trashigen Horror sind, weiß man ebenso – zumindest von Bela und Rod, die das schon oft thematisierten. Im Clip zu „Junge“ bringen Die Ärzte nun all das zusammen und toben sich mit viel Kunstblut, Hirnfetzen und umherfliegenden Körperteilen in einem typischen Vorstadt-Setting aus, wie man es aus Horrorklassikern wie „Halloween“ kennt. Die zensierte Version des Videos ist ebenfalls sehenswert – da werden einfach riesige Texttafeln eingeblendet, auf denen man zum Beispiel einen grinsenden Farin sieht und die Worte: „DIESE SZENE IST UNZUMUTBAR. ICH MÖCHTE MICH DAFÜR ENTSCHULDIGEN!“ Ob wir das auch über dieses Feature schreiben sollten?
Rihanna – Disturbia
Das Video zum Rihanna-Banger „Disturbia“ war das erste, das sie auch selbst produzierte, gemeinsam mit Anthony Mandler. Dabei ist die Stimmung darin so gehalten, als wäre sie direkt aus einer Halloween-Geschichte übernommen worden. Die Künstlerin tanzt hier mit Zombie-Gestalten und wirkt förmlich besessen. In einer Folterkammer eingeschlossen, bewegt sich Rihanna mit starrem Blick hinter Gittern oder findet sich gefesselt ohne die Chance, auszubrechen. In dem Video fließt zwar kein Blut, der Atem kann beim Anblick trotzdem an einigen Stellen ins Stocken garten.
We Are Scientists – Dumb Luck
Habt ihr schon einmal den Kurzfilm „Staplerfahrer Klaus“ gesehen? Falls nicht, solltet ihr das hier nachholen. Dieser Film kommt anfangs wie ein Film zum Thema Arbeitsschutz daher und begleitet den frisch ausgebildeten Klaus zu seinem ersten Tag als Staplerfahrer – an dem dann zig immer blutiger ausfallende „Arbeitsunfälle“ passieren. Die Indie-Spaßnasen von We Are Scientists haben dieses Konzept aufgegriffen und den Titel ihres Songs dabei wörtlich genommen: Hier haben die Bandmitglieder auf der Arbeit und auf der Straße dermaßen „Pech“, dass sie sich alle Verletzungen zufügen, die man sich einfangen kann. Da fallen Eingeweide auf den Boden, geraten Hände in Sägen, fallen einem gar die Gedärme aus dem Bauch.
Lyschko – Fremd
Erst vor kurzen veröffentlichten Lyschko ihre Single „Fremd“, dessen Cover schon erste Anzeichen darauf gab, welcher New Wave-Klassiker hier als Inspiration galt. Bett? Spinnennetze? New Wave? Na, klingelts schon? Spätestens wenn Lina Holzrichter in der ersten Strophe folgende Zeilen schmettert, sollte aber der Groschen fallen: „Und schwarze Spinnennetze / Schwarze Spinnenbeine / Schwarze Spinnen-Dame / Und sie schaut mich an von oben / Und sie durchbohrt mich / Und Sie durchdringt mich / Und sie verschlingt mich / Bis ich ein Teil bin von ihr“.
1989 erschien der The Cure-Klassiker „Lullaby“ mit dem Robert Smith und seine Band das etwas andere Schlaflied veröffentlichten. Jenes handelte nicht von Heldengeschichten oder um die Wette hüpfenden Schafen, sondern eher von Alträumen und Spinnen. „Fremd“ greift nicht nur inhaltlich die Spinnen-Thematik auf, sondern auch das von Dan Trautwein und Max Rech produzierte Musikvideo orientiert sich stark am The Cure-Original und versetzt uns nostalgisch in die 80er-Jahre zurück – inkl. Cameo-Auftritt von Drangsal.
Franz Ferdinand – Evil Eye
Die aus der Kunstszene Glasgows stammenden Franz Ferdinand haben sich bei ihrem Video zu „Evil Eye“ an den frühen Jahren des Farbfilm-Horros bedient. Die Ästhetik erinnert an die Filme des Italiener Lucio Fulci, der die Sache mit den Splatter- und Gore-Elemente schon seit Ende der 70er auf die Spitze trieb. Vor allem sein, äh, Meisterwerk „Ein Zombie hängt am Glockenseil“ sollte man einmal im Leben gesehen haben. „Evil Eye“ hat aber ebenso Referenzen an „Helloween“ oder „Tanz der Teufel“. Regie führte dabei übrigens Diane Martel – die kurz zuvor das Video zu „Blurred Lines“ von Robin Thicke gedreht hatte. Was wiederum eine reale, MeToo-Horrorgeschichte war …
Jamie T – Zombie
Einen Song namens „Zombie“ mit einem Zombie-Video zu bebildern, ist natürlich irgendwie sehr, sehr, sehr naheliegend. Aber Jamie T bringt trotzdem einen sehr originellen Twist in diese vermeintlich unoriginelle Idee: Er spielt mit seiner Band in einer eher tristen Location – und wir sehen ihm quasi bei der Zombie-Werdung zu. Es gibt keine Splatter-Szenen, keine Hirnbisse, keine eingeschlagenen Schädel – dafür vermodern Jamie und seine Kolleg*innen einfach ganz langsam, bis sie am Ende fürchterlich entstellt sind. Das hat, gerade in diesem Tempo, schon fast etwas sehr Poetisches.
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