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Alle gleich? MARNELE krempelt Deutsch-Rap um

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„Bochum, ich komm’ aus dir“ – diese ikonischen Zeilen von Herbert Grönemeyer treffen nicht nur bei dem Sänger zu, sondern auch bei der Newcomerin Marnele. Die junge Künstlerin aus dem Ruhrgebiet released mittlerweile seit fast fünf Jahren Musik und hat am vergangenen Freitag ihre dritte EP „Steppenwolf“ veröffentlicht. Und damit wir mit Steppenwolf nicht nur Hermann Hesse oder die gleichnamige Hard-Rock-Band aus den 1970ern verbinden, schauen wir uns heute mal die Newcomerin und ihren musikalischen Werdegang als „Beste Neue Künstlerin“ genauer an!

Aber erstmal zurück zum Anfang. Im April 2021 veröffentlicht Marnele mit „Weinbar“ ihren ersten Track. Damals noch sehr vibey und mit entspannten Beats teilt die Musikerin im Song ihre Erlebnisse in Bezug auf die Liebe: „Ich bin noch nicht so weit, für diese Einsamkeit / Ich zeig’ dir meine kleine Weinbar“. Danach folgten weitere Singles und das Feature „ich trau mich nicht“ mit Keshti. Im Juli 2023 releaste die Musikerin dann ihre Debüt-EP „Macht gegen Seele“, bevor dann im März 2025 Marneles zweite EP „RAUSCH“ samt Feature mit Beslik folgen sollte. Als aktuell letztes Highlight sollte man außerdem den „SPRUNG INS KALTE WASSER“, eine Feature-Single mit Matt Mendo nicht vergessen.

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„Oh mein Gott, ich hab’ ein’ Crush auf ein’n Loser“, schrie es uns dann im August 2025 auf sämtlichen Feeds entgegen und Marnele spülte uns mit ihrer „Verliebt“-Single noch einen Sommer-Song in die Playlisten. Nach einigen Tracks in 2025 konnten sich Fans dann im Dezember dieses Jahres über die EP „Steppenwolf“ freuen.

Vom Steppenwolf zum Rap-Star!

Während „Steppenwolf“ viele von uns vermutlich an das literarische Werk „Der Steppenwolf“ von Hermann Hesse erinnert, ist Marneles EP alles andere als ein sperriges Werk, durch das man sich in der Schule quälen muss. Auf der neuen EP krempelt die Newcomerin deutschsprachigen Rap um und schwebt zwischen poppigen Melodien, wummernden Bässen und klaren Lines.

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Pochende Beats und harten Gesang mit Haltung kennen Fans schon von der ersten EP „Macht gegen Seele“. Aber anders als es im deutschsprachigen Rap durchaus üblich ist, verhaspelt sich Marnele nicht in plumpen Texten, sondern verpackt ihre Liebe zur Lyrik in clevere Lines. „Labyrinth, zu viele Wege / Es gibt tausend Türen, aber welche soll ich nehmen“, fragt Marnele auf „Alle gleich“ und beantwortet die Frage mit ihrer Musik irgendwie selbst. Von Tracks wie „Flügel“ und „NRW Chayas“, auf denen die Musikerin ihre Rap-Skills unter Beweis stellt, bis „Verliebt“, auf dem sich Marnele auf 140 BPM mit den unschönen Seiten eines Crushs beschäftigt, weist der Musikkatalog bereits einiges auf. Zwischen Kampfgeist und Reflexion findet Poesie in den Punchlines ihren Platz.

MARNELE: Elan und Ehrlichkeit

Die Debüt-EP „Macht gegen Seele“ aus 2023 lieferte Hörer:innen schon damals fünf Songs voller Elan und Ehrlichkeit. Ihre unmissverständliche Art, verschlüsselte Botschaften in Metaphern von Schwermut und Selbstermächtigung zu verpacken, zeigt Marnele beispielsweise auf ihrem Song „Spieglein, Spieglein“. Darauf stellt die Musikerin fest: „Schau mich an und hab erkannt / Dass ich alles sein kann“. In ihren Songs findet der scharfe, nachdenkliche und weltschmerzende Blick nach Draußen und ins eigene Selbst Ausdruck.

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Am Ende wirkt auch die „Steppenwolf“-EP wie die logische Konsequenz des künstlerischen Werdegangs, der von Mut, Selbstreflexion und dem Willen zur eigenen Sprache geprägt ist. Marnele zeigt einmal mehr, dass moderner Rap Platz für Poesie und Persönlichkeit hat – und dass Anderssein nicht nur möglich, sondern notwendig ist!

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