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Auf den Spuren von Geese: Edgy Chamber-Pop von Dove Ellis

Tagged: Dove Ellis

Mitte Januar sind langsam aber sicher die meisten Artist-to-Watch-Listen erschienen und ein Name, der sich in fast allen namhaften Indie- und Alternative-Medien tummelt, ist Dove Ellis. Gerade erst mit Geese als Support-Act auf Tour gewesen, hat der Künstler im vergangenen Monat sein Debütalbum „Blizzard“ veröffentlicht, das sich vor Lobeshymnen kaum retten kann. Aber was ist das Besondere an dem irischen Sänger?

Die Musik spricht für sich

Viel weiß man nicht über Dove Ellis, der gebürtig aus Galway kommt und mittlerweile in Manchester lebt. Kein aufgeregter Social Media Auftritt, kaum Interviews, so gut wie nichts Privates – er definiert sich allein durch seine außergewöhnliche, fast schon androgyne Stimme und die tiefgreifenden Songs, die sein Debütalbum ohne großes Tamtam zu einem vollen Erfolg machen. Und dass wohlgemerkt, obwohl er erst mit Start des Projekts angefangen hat, überhaupt offiziell Singles zu veröffentlichen.

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Es gilt also, den Musiker durch seinen Folk-influencten Chamber-Pop zu charakterisieren – und müsste man diesen in drei Worten beschreiben, dann wären es dramatisch, geheimnisvoll und voller roher, wilder Schönheit.

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Dramatisch, weil der Ire sich in Songs wie „When You Tie Your Hair Up“ fast viereinhalb Minuten erlaubt, in einen Gedanken reinzusteigern, ihn groß zu machen und mit ausufernden Instrumentals die mutmaßlich eigenen Emotionen herauszugeben. Geheimnisvoll, weil wir mit seiner Kunst alleingelassen werden und uns die Person hinter dem Artist in den kryptischen Lyrics selbst zusammenpuzzeln müssen. Und zwar mittels poetisch-verschwommener Zeilen wie „We make steam / Drawing in the shower / Dogs on the glass“ aus dem Breakup-Song „Feathers, Cash“. Einzig die irische Herkunft, wird in Tracks wie „Jaundice“ eindeutig preisgegeben. 

Und dann wäre da noch die nicht zu leugnende Schönheit seiner Kunst. Weil es wohl keine Träne gibt, die der Albumtrack „Heaven Has No Wings“ mit seinem vielschichtigen, fast schon cineastischen Instrumental nicht trocknen würde und keine Tristheit, in die er keine Leichtigkeit bringt.

Ein No-Brainer für alle Geese-Fans

Insgesamt fühl sich „Blizzard“ an, wie ein langer Spaziergang mit einem:r alten Freund:in, bei dem die Umgebung ruhiger und die Gespräche immer tiefgründiger werden. Für alle Fans von Geese oder dem Soloprojekt Cameron Winter ist Dove Ellis ein sicherer Call – auch wenn der Ire den Vergleich gar nicht braucht, um zu glänzen. Vielmehr ist es dieselbe Kompromisslosigkeit, mit der der eigene expressive Gesang nicht etwa glattpoliert, sondern vielmehr in seinen Ecken und Kanten gefördert wird – und damit etwas umso Schöneres, Raueres entsteht.

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