Badmómzjay hat „Keine Tränen“
Es ist noch gar nicht so lang her, da war Badmómzjay noch im „Survival Mode“. Anfang August veröffentlichte die Rapperin das Intro ihres neuen Albums und lies darin nicht nur ihre bisherige Karriere Revue passieren, sondern schickte auch eine weitere Message an die Rap-Welt: Jordy ist genervt von Sexismus und Grenzen, die einem als Frau oft eingeredet werden.
Vor allem in der männerdominierten Rapszene werden weiblich gelesene Personen oft belächelt und haben mit Vorwürfen zu kämpfen, die ihren männlichen Kollegen erspart bleiben. Badmómzjay weiß es besser. Sie ist laut, frech und eckt dabei auch gerne an. Für viele ist die Künstlerin dadurch eine starke Vertreterin des weiblichen Deutschraps. Denn sie lässt sich “nichts von ein paar weißen alten Opas sagen”, wie sie in “Survival Mode (Intro)” ankündigt.
Auch wenn wir Badmómzjay für genau diese Badass-Attitude lieben, hat die Rapperin schon oft bewiesen, dass sie auch ein Händchen für poppige Hooks und emotionale Lyrics hat. Diese Seite tritt in ihrer neuen Single „Keine Tränen“ mal wieder etwas mehr an die Oberfläche. Gemeinsam mit Produzent Jumper stellt Jordy unter Beweis, dass sie nicht nur selbstbewusst rappen sondern auch singen kann.
Dabei verliert die Musikerin aber vor allem eines nie aus den Augen: Ihre Funktion als Vorbild. Genau aus diesem Grund gibt es auch in „Keine Tränen“ mal wieder die ein oder andere Lebensweisheit, die uns Badmómzjay mit auf den den Weg gibt – zum Beispiel in Sachen Fehlerkultur: „Hätt‘ ich gar nichts falsch gemacht, würd ich heut‘ nicht hier stehn‘“. Jordy weiß, Fehler zu machen gehört zum Leben dazu und machen dich um mindestens eine Erfahrung reicher! Gepaart mit einen smoothen Beat von Jumper wird „Keine Tränen“ damit zu einer hoffungsvollen, tanzbaren Pop-Nummer mit Ohrwurm-Potenzial.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.