Banks entdeckt sich neu auf „Serpentina“
Dunkel und vielschichtig ist das neue, vierte Album der kalifornischen Künstlerin Banks geworden. Zwischen schrillen Synthies und klirrenden Beats schlängeln sich Texte über Herzschmerz und Ermächtigung. Dass Banks gerade einen neuen Sound für sich entdeckt, zeigte sie uns bereits mit ihren ersten Auskopplungen „The Devil“ und „Skinnydipped“, in denen sie uns all ihre Klangfarben präsentiert.
„Skinnydipped ist ein Song darüber, endlich etwas loszulassen, zu dem man schon oft zurückgekehrt ist. Es geht darum, seinen Wert zu erkennen und sich seiner Haut zu entledigen.“, erklärt Banks. Sich wie eine Schlange zu häuten, daran knüpft auch der Albumtitel „Serpentina“ an – eine Verkörperung einer Art Schlangenkönigin, wie Banks es beschreibt.
Von „Goddess“ zu „Serpentina“
Seitdem Banks 2014 ihr Debütalbum „Goddess“ veröffentlichte, begann für sie der pausenlose Kreislauf: Album, Tour, Album, Tour. Das Ende ihrer letzten Tournee fiel dann mit dem Beginn der Pandemie zusammen und plötzlich – nach Jahren des In-Bewegung-Seins – musste sich Banks mit Stille und Ruhe auseinandersetzen. Es folgten Depressionen und Angstzustände, die Banks dank ihrer Musik, wie auch dem Arbeiten an „Serpentina“ überwinden konnte.
Der erste Song „Misunderstood“ bildet mit sich spiralförmig aufbauenden Synthies und Beats das Intro der neuen Platte. Die Message: Ich möchte missverstanden werden dürfen. Banks sagt dazu: „Ich hoffe, dass es die Menschen ermächtigt und ihnen das Gefühl gibt, verstanden zu werden. Und dass sie stolz darauf sind, missverstanden zu werden, und dass sie sich ermächtigt und motiviert und hoffnungsvoll und selbstliebend fühlen.“
Darauf folgt mit „Meteorite“ einer der schnelleren Songs und mit „Fuck Love“, eine düstere, poppige Trap-Beat Nummer. Balladig wird’s dann mit „Spirit“, dem einzigen Feature-Song des Albums sowie dem Abschlusstrack „I Still Love You“, in dem Banks über eine Klaviermelodie singt, dass sie eine Person liebt, obwohl sie nicht weiß, wohin diese abends geht.
„Serpentina“ umfasst dreizehn Songs, in denen uns Banks das ganze Spektrum ihres neuen Stils bietet und die zeigen, wie vielfältig Musik klingen kann, die in einer Zeit der Einsamkeit entstanden ist.
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