Besserung in Sicht? EU-Parlament will Musikstreaming reformieren
Große Streaminganbieter wie Spotify, Apple Music und Co. stehen seit Jahren in der Kritik. Unklare Abläufe, was Playlistplatzierungen betrifft und die Unterbezahlung von Streams erschweren unter anderem vielen – besonders kleinen – Künstler:innen die Existenz.
Denn dafür, dass Streaming den Musikmarkt in den vergangenen Jahren massiv verändert hat und die entsprechenden Anbieter einen großen Wachstum erfahren haben, bleibt bei den jeweiligen Abrechnungsmodellen nur wenig Geld für die tatsächlichen Musikschaffenden übrig.
So arbeitet Spotify zum Beispiel mit einem so genannten „Pro-Rata-Modell“. Unabhängig davon, was man als einzelne Person hört, wird alles Geld in einen Topf geworfen, und dann je nach Streamingzahlen an die Artists verteilt. Das hat zur Folge, dass selbst wenn man einen ganzen Monat nur die Songs des kleinen Lieblingsartist hört, dieser mitunter (wenn er unter 1000 Streams erzielt) gar nichts oder nur einen Bruchteil des fürs Abo bezahlten Geldes erhält. Einen Zustand, den das EU-Parlament nun angehen will.
Aussicht auf Besserung?
Vor zwei Tagen wurde dazu im EU-Parlament mit großer Mehrheit eine Resolution verabschiedet, die mehr Gerechtigkeit für Musiker:innen zum Ziel hat. Die Verteilung der Einnahmen an die verschiedenen Artists soll optimiert werden, Algorithmen transparent gemacht und das große Ungleichgewicht beseitigt. Die Resolution ist erstmal rechtlich nicht binden, einen daraus abgeleiteter Gesetzesentwurf zu erstellen, liegt nun an der EU-Kommission.
Laut CEO Dr. Tobias Holzmüller der GEMA erstmal ein Grund zur Freude. Die GEMA begrüße die Initiative der EU, die den Urheber:innen der Musik den Rücken stärken will. „Entscheidend wird sein, dass diese Vorschläge rasch angepackt und umgesetzt werden. Jetzt ist die Europäische Kommission am Zug“, so Holzmüller in einem Statement der GEMA.
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