„Bleib weit weg von Polizeisirenen“: Apsilon rappt sich den „Druck“ von der Seele
Dem Berliner Newcomer Apsilon wird häufig vorschnell der Stempel „Politischer Rap“ aufgedrückt. Dabei ist die Musik, die er veröffentlicht, vor allem ein Produkt seiner Umwelt, seiner Sozialisation sowie der Umstände, die ihn und seine Generation umgeben. Das spiegelte sich zuletzt in seiner EP „Gast“ wider, im darauffolgenden Song „Problem“ und nun im neuen Track „Druck“.
Apsilon – Druck
Apsilon rappt: „Auf den Schultern hab‘ ich Druck, ja/ Tausend-Bar-Druck in meiner Brust / Mama sagt, ‚Bleib weit weg von Polizeisiren’n‘/ Aber nein, ich bleib‘ nicht steh’n, verzeih mir, ich hab‘ Druck“. Der Beat ist im Gegensatz zum Text leicht und melodiös: Neben satten 808s gibt es hier smoothes E-Piano und Sample-Sound aus der Ferne.
Für Apsilon, der als Sohn von zwei türkischen Gastarbeitenden in Berlin aufwuchs, ist Musik das Ventil, um seine Erfahrungen mit der Welt zu teilen. Wie Apsilon im DIFFUS Interview erzählt, will er aber eben nicht nur „politischen Rap“ machen, sondern genauso auch „Lovesongs“ und Songs „losgelöst von Gesellschaftskritik“, weshalb dieser Stempel einfach viel zu kurz greift.
Seit 2021 veröffentlicht Apsilon nun seine Tracks und war zuletzt mit „Weil du es liebst“ zusammen mit Cobee auf dem Titeltrack des neuen Ahzumjot Albums zu hören. Dieser ist genau das: Ein bewegter Lovesong.
Ob mit „Weil du es liebst“, „Problem“ oder „Druck“, Apsilon hat dieses Jahr die Raplandschaft schon jetzt bereichert. Im Interview gibt er auch einen Ausblick auf kommende Projekte, bei denen Lockerheit statt Verkopfheit im Vordergund stehen soll. Bei „Druck“ ist ihm das definitiv mehr als gelungen!
Apsilon – Lauf Weg Tour – präsentiert von DIFFUS
10.11.22 Berlin, Berghain Kantine
19.05.23 Leipzig, Naumanns
20.05.23 Berlin, Festsaal Kreuzberg
21.05.23 Frankfurt, Zoom
24.05.23 München, Backstage
25.05.23 Köln, Yuca
26.05.23 Hamburg, Turmzimmer
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.