BRKN hat absolut keine Lust auf Liebessongs
„Scheiß auf einen Liebessong / Ich hab‘ ganz and’re Probleme“ so leitet BRKN seine neueste Single ein und macht damit eines klar – die allseits beliebten Schnulzen sind allesamt gelogen und in seinem Kopf geht zu viel vor, als dass er noch Kapazität hätte, an irgendjemanden sein Herz zu verschenken. In „Kein Liebessong“ reißt BRKN keine Mauern ein, sondern präsentiert jeden einzelnen dieser Ziegelsteine und legt die Gründe für den Schutzwall dar.
BRKN zeigt, dass er die Naivität in der Einzimmervilla verschlossen hat und sich in die Ruinen und Abgründe anderer Häuser gewagt hat. Genau diesen Einblick beschreibt uns das Multiinstrumentalgenie nun mehr als deutlich: „Ich bin nicht gemacht für Frieden / Ich schaff‘ es nicht mal selber, sag mir, wie willst du mich lieben? / Wechsel‘ zwischen siebten Höll’nkreis und Wolke sieben / Du kannst renn’n, du kannst flieh’n, der Teufel wird mich kriegen“
Musikalisch bekommen Berkanitos neue Emotionen, sowie beim Vorgänger „Jede Nacht“ auch diesmal einen düsteren Anstrich im Vergleich zu älteren Songs. Trotzdem bleibt der frühere typische Sound klar erkennbar durch eine harmonische Instrumentierung und die Einflüsse von R&B, Soul und Funk. „Kein Liebessong“ ist eine weitere detail- und abwechslungsreiche Produktion von BRKN und Jumpa, die fasziniert. Diesmal greift der Musiker auch zum Saxofon und beendet „Kein Liebessong“ mit gefühlvollen Tönen auf seinem Mundstück.
Nachdem vor einigen Wochen also das lang ersehnte musikalische Lebenszeichen von BRKN dankbar entgegengenommen wurde, kann man nach der zweiten Singleauskopplung auf jeden Fall feststellen, das angekündigte Album „Drama“ für Ende April wird düsterer und spielt sich mehr denn je im Hip-Hop Kontext ab. BRKN hat den Stein für die neue Route bereits ins Rollen gebracht und wir zögern nicht mit ihm gemeinsam auf diesen Zug aufzusteigen.
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