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EDM für eine Welt am Abgrund: Neue EP von Brutalismus 3000

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Die letzten Monate und Jahre waren für Brutalismus 3000 von unfassbaren Erfolgen gekrönt. Das Duo aus Theo Zeitner und Victoria Daldas hat sich erst 2019 gegründet, nachdem sich die beiden kurz zuvor auf einer Datingplattform kennenlernen. In kürzester Zeit schafft das Paar den Sprung vom Berliner Underground-Act zu einem weltweit gefeierten Techno-Export. Ihr Song „Die Liebe kommt nicht aus Berlin“ war einer der Hits des letzten Jahres, ihr Debütalbum „Ultrakunst“ hat es sogar in Feuilleton geschafft und Brutalismus 3000 einen Auftritt auf dem berühmt berüchtigten Coachella Festival eingebracht.

Kurz zuvor spielte das Duo seine ausverkaufte „Europaträume“-Tour, in deren Rahmen wir sie für die Titelstory unseres aktuellen Printmagazins besuchten. Wer an diesem Abend mit uns in der randvollen, schwitzigen Columbiahalle vor Ort war, kennt schon ein paar der Stücke, die jetzt gebündelt als EP unter dem Titel „Goodbye Salò“ erscheinen. 

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Doppelter Boden

Mit von der Partie sind bereits veröffentlichte Stücke wie das politische aufgeladene „Europaträume“ oder das markerschütternde „9mm“, die wie eine schlüssige Weiterentwicklung des Sounds wirken, der Brutalismus 3000 schon so weit geführt hat. Gabber, Hardcore und Tomorrowland-EDM treffen hier auf die punkige Attitüde von Sängerin Victoria Daldas, die ihre dreisprachigen Vocals zur Unkenntlichkeit verzerrt in die Welt schreit.

Dann gibt es aber auch Überraschungen, die andeuten, wo sich die Musik von Brutalismus 3000 zukünftig hin entwickeln könnte. Vor dem brutalen Psy-Trance-Drop des Openers „alleswirdgut“ für uns das Duo mit entspannten Lo-Fi-Boom-Bap-Beats hinters Licht. Am anderen Ende der EP wartet mit „badthiings (rip avicii“ dann das vielleicht poppigste, melodiöseste Stück, das Brutalismus 3000 jemals veröffentlicht haben. Natürlich verbaut Theo Zeitner, der Beatbastler des Duos, auch hier peitschende Trance-Beats, aber darüber liegen euphorische Synthies, die dem Titel durchaus gerecht werden und den großen Melodien des verstorbenen schwedischen Hitmakers nachtrauern.

Eingefleischte Fans müssen sich trotzdem keine Sorgen machen: Brutalismus 3000 bleiben hart, brachial und provokant. Eine klare Linie, die das Duo auch auf visueller Ebene im 40-minütigen Live Set zur EP durchzieht.

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