Zwischen Zoom, Twitter und Instagram: Charli XCX zeigt mit „forever“ erstes Ergebnis ihres Quarantäne-Projekts
Zoom-Konferenzen, in denen mit insgesamt 1000 teilnehmenden Fans über das kommende Artwork entschieden wird, Videos, die zeigen, wie einzelne Text-Pasagen entstehen, erste Acappellas im Instagram-Feed und Beatskizzen, die aus den DMs gefischt werden – ziemlich genau so kann man sich den Entstehungsprozess eines Quarantäne-Albums vorstellen. Dass wir uns besagten Prozess so detailgetreu vorstellen können, liegt unter anderem auch an KünstlerInnen wie Charli XCX. Denn wer, wenn nicht die selbst- und fremderklärte Visionärin des Pop, ist in der Lage, mit ausschließlich digitalen Möglichkeiten binnen eines Monats ein spruchreifes Album unter die Fans zu bringen? Unter dem Arbeitstitel „How I’m Feeling Now“ hat Charli vor vier Tagen ihr Isolations-Projekt angekündigt und schon heute gibt es mit „forever“ den ersten Song daraus. In den vergangenen drei Tagen ließ Charli uns sowohl beim Songwriting, als auch beim heimischen Cover-Shooting im Schlafzimmer teilhaben. „I’m going to keep the entire process super open, so that anybody who wants to watch can.“ sagt Charli über die Arbeitsweise, die Fans einen so detaillierten und realitätsgetreuen Einblick in die Entstehung eines Albums gewährt, wie man es vermutlich selten gesehen hat. Charli XCX liefert damit nicht nur neue Musik und ein Album, das in Zeiten von kollektiver Langeweile grundsätzliche Aufmerksamkeit und AbnehmerInnen finden wird, sondern beweist auch einmal mehr, was es bedeutet als Vorreiterin zu arbeiten: Aktuelle Umstände als Arbeitsbedingungen akzeptieren, adaptieren und anstatt an einem perfekten, großen Ganzen festzuhalten, das Format Album vor allem jetzt eher als Dokument der Zeit betrachten, einmal mehr wagen, statt auszuharren.
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