Cro ist uns immer einen Schritt voraus
Zugegeben, nicht nur wir haben uns in den letzten Wochen gefragt, welche Richtung Cro mit seinen experimentellen Veröffentlichungen einschlägt und ob sich der Wahl-Balinese überhaupt wieder zurück in sein Heimat-Genre Rap begeben würden. Mit „Fall auf“, „LMF2“ und „Dich“ betrat der 30-Jährige unbekanntes Terrain und näherte sich Indie-, Psychedelic- und Surfrock-Sounds an. Doch grade als wir uns mit den „neuen“ Cro so richtig angefreundet haben, macht sich der Musiker und Produzent mal wieder frei von allen Erwartungen und beweist: Er ist uns immer einen Schritt voraus. „Hoch“ heißt Cros neuster Streich und ist – Überraschung – ein echter HipHop-Track gekleidet in typischer Cro-Manier. „Ich komme aus dem Rap. Er ist meine Heimat und wenn ich mich weit von ihm entferne, kriege ich irgendwann Heimweh und es zieht mich immer wieder zu ihm zurück“, erklärt der Rapper und liefert mit „Hoch“ den lebhaften Beweis. Auch wenn die Single keinem typischen Song-Aufbau folgt, berappt der „Easy“-Interpret in zwei Versen und nicht mal drei Minuten die Höhen und Tiefen des Lebens mit einer packenden und authentischen Ehrlichkeit. „Sag mir wie weit übern Boden fängt der Himmel an? / Als wir kleiner waren, kamen wir immer an / Nur einmal nicht kurz aufgepasst, ist der Traum geplatzt und du bist aufgewacht“ Unterstützt wird Cro dabei von smoothen Orgelsounds, rhythmischen Claps und sphärischen Gospelchören, die „Hoch“ einen reduzierten und organischen Charakter verleihen und damit eine Atmosphäre erzeugen, die auch schon Kanye West („Sunday Service“) oder Justin Bieber („Holy“) in der Vergangenheit für sich entdeckt haben. Für uns klingt das so, als hätte der Musiker noch längst nicht vor, auf Bali den Ruhestand anzutreten, sondern stattdessen den Plan, uns mit regelmäßigen Releases von der Vielfältigkeit seines Schaffensprozesses zu überzeugen.
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