Das neue Album von Georgia: „Euphoric“ hält, was sein Titel verspricht
Vor über drei Jahren veröffentlichte Georgia ihr letztes Album. „Seeking Thrills“ war nicht ihre erste Platte, aber es sollte die sein, mit der die britische Sängerin, Produzentin und DJ einstimmig Lob und Begeisterung von Musik-Presse und Fans gleichermaßen bekam. Die darauf enthaltenen Elektro-Pop-Hymnen waren keine wummernden Erzeugnisse der Club-Welt, aber waren unmissverständlich von dieser beeinflusst und zeugten von Georgias Erfahrungen mit Rausch und Realitäts-Flucht. Entstanden waren all diese Songs in ihren eigenen vier Wänden, Stichwort Bedroom-Bop – ein schützender Rahmen, den Georgia kurz darauf allerdings sprengen sollte.
Auf zu neuen Ufern
Im selben Jahr wie „Seeking Thrills“ erschien auch „Live Like We’re Dancing“, Georgias leichtfüßige Kollabo mit dem Produzenten Mura Masa. Ein Song, der nicht nur bei Fans überall auf der Welt Gehör fand, sondern es auch bis zu Rostam schaffte – selbst Komponist und Producer und Gründungsmitglied von Vampire Weekend. Dann ging alles ziemlich schnell: Rostam war begeistert von Georgias klarer, starker Stimme und ludt die Musikerin zu sich nach LA ein. Der Vibe war sofort da und die beiden erschufen in kürzester Zeit das Grundgerüst für „Euphoric“ – das dritte Album von Georgia.
Eine Liebeserklärung an die Pop-Musik
Den Anfang ihrer fruchtbaren, kreativen Freundschaft hört man aus dem neuen Album immer noch heraus. Im Herz der Tracklist von „Euphoric“ verbirgt sich nämlich „Live Like We’re Dancing (Part II)“ – eine alternative Version des Mura Masa-Songs, diesmal eben mit Produktion von Rostam. Darum herum breitet Georgia wieder ihre eigene Sound-Welt aus, die wie ein Prisma in all den Farben erstrahlt, die das Cover zieren. Ganz mittig platziert auf dem Artwork: Ein Portrait von Georgia. Denn mit „Euphoric“ inszeniert sie sich mit neuem Selbstbewusstsein erstmals gänzlich als Singer-Songwriterin, als Protagonistin von waschechten Pop-Songs mit großen Hooks. Die ausgedehnten Instrumental-Passagen und Dub-Elemente, die sich noch durch „Seeking Thrills“ zogen, bleiben dabei auf der Strecke, genauso die bittersüße Melancholie des Dance-Eskapismus. Dafür hat Georgia die titelgebende Euphorie gefunden und in einem Album eingefangen, das einen daran erinnert, wie cool Pop-Musik sein kann.
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