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„Dawn FM“: The Weeknd mit eigener Radioshow auf Albumlänge

Posted in: News
Tagged: The Weeknd

Egal wie du es anstellst – an The Weeknd kommst du so schnell nicht vorbei. Der Kanadier erobert nämlich gleichermaßen Supermarktradios wie Tanzflächen und hat sich auf genau diese Omnipräsenz in den letzten Jahren spezialisiert, wie kein:e Zweite:r. Entzug: unmöglich!  Dass es sich hierbei übrigens nicht nur um eine wage Äußerung handelt, sondern um glasklare Fakten, beweisen sämtliche Rekorde, die The Weeknd in den letzten zwei Jahren mit seinem Hit „Blinding Lights“ eingefahren hat.

Doch weg von den Schwärmereien und hin zu den wichtigen News: The Weeknd hat quasi über Nacht sein Überraschungsalbum „Dawn FM“ veröffentlicht. Nur wenige Tage zuvor kündigte der Weltstar den Release der neuen Platte an und sorgte quasi für ein verspätetes Weihnachtsgeschenk. 

The Weeknd – Dawn FM

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The Weeknd unterwegs auf UKW

„Dawn FM“ ist ein Konzeptalbum, wie es im Buche steht und – wer hätte es vermutet – eine Hommage an das Radio: Nicht nur im Titel findet sich das typische Rundfunk-Kürzel, sondern auch die Setlist ähnelt dem Aufbau einer Radiosendung. Hörbar wird das nicht nur in dem titelgebenden Intro-Song (der irgendwo zwischen Radio-Moderation und Meditation schwebt), sondern auch immer wieder durch eingesprochene Einschübe von Schauspieler und Comedian Jim Carrey sowie dem Studiovater des Michael-Jackson-Sounds Quincy Jones.

Doch The Weeknd wäre nicht The Weeknd, wenn er seiner eigenen Radio-Show nicht einen ganz persönlichen Touch verpassen würde. Wie auch schon das letzte Album des Kanadiers, „After Hours“ lebt auch seine aktuelle Platte vom eifrigen Einsatz glitzernder Synthesizer und 80er-Jahres Vibes. Hier und da schleichen sich zwar vermehrt Disko- und Funk-Anleihen ein, doch das tut dem futurisch-experimentellem Pop-Sound von Abel Tesfaye aka The Weeknd keinen Abbruch. Stattdessen klingt „Dawn FM“ um einiges heller und positiver, als der Titel selbst zunächst vermuten lässt – und als der Sänger wohl auch selbst glaubt.

Der Übergang zur anderen Seite

Wie Tesfaye im Interview mit dem US-Magazin „Billboard“ erklärt, gibt es nämlich eine ganz besondere Situation, in die sich die Hörer:innen von „Dawn FM“ versetzen sollen – ihr Ableben: „Sie stecken in diesem Zustand des Fegefeuers fest, den ich mir immer so vorstelle, als stünde man im Stau und würde auf das Licht am Ende des Tunnels warten. Und während man im Verkehr feststeckt, läuft im Auto ein Radiosender mit einem Radiomoderator, der einem beim Übergang auf die andere Seite hilft. Es könnte sich also feierlich anfühlen, es könnte sich düster anfühlen, wie auch immer man es ausdrücken möchte, aber das ist es, was ›The Dawn‹ für mich ist.“

Eine interessante Idee, denn die Frage nach dem, was da kommt, wenn das Leben einmal ein Ende findet, gehört bis heute zu den Mysterien unserer Zeit und wird vermutlich nie geklärt werden können. Doch wenn uns The Weeknd auf diesem Weg begleitet – wieso nicht?

Der heimliche dritte Featuregast

Für all diejenigen, denen dieser ganze Radio-Zirkus und das Konzeptalbum-Gedöns in Zeiten von Playlisting und TikTok-Song-Snippets einfach zu anstrengend ist (Achtung: Ihr verpasst was!), gibt es auf „Dawn FM“ aber auch die bereits im letzten Jahr erschienene Single „Take My Breath“ oder den Hit-verdächtigen Song „Sacrifice“. Außerdem hat sich Tesfaye mit Tyler, The Creator und Lil Wayne zwei US-Rap-Schwergewichte mit ins Boot geholt, die den Popstar auf zwei der insgesamt 16 Songs unterstützen. 

The Weeknd – Take My Breath

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Einer unserer heimlichen Favoriten auf „Dawn FM“ bleibt aber definitiv „Gasoline“, denn hier kriegen wir wortwörtlich eine ganz neue Seite von The Weeknd zu hören. Statt der schmerzlich leidenden Tonart, die The Weeknd in den Jahren zum Markenzeichen seines Gesangs gemacht hat, bekommen wir in „Gasoline“, eine spoken-word-ähnliche, sehr tiefe Stimme um die Ohren, die uns zunächst fast glauben lässt, dass sich hier ein heimlicher dritter Featuregast eingeschlichen hat. 

Alles in allem überzeugt uns „Dawn FM“ mit einem ausgeklügelten, detailverliebten Konzept, das sich konstant durchzieht und auch an der Feature-Front punktet. Ob die Hit-Dichte auf The Weeknds neuem Album aber genauso hoch ist, wie auf „After Hours“ – das lässt sich aktuell noch anzweifeln. 

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