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Der Film „Niki de Saint Phalle“ wirft uns ins junge Leben der Künstlerin   

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Die 1930 geborene und 2002 verstorbene Niki de Saint Phalle kennen viele vor allem durch ihre „Nana“-Skulpturen: knallbunte, kurvenreiche Frauenfiguren mit übergroßen Geschlechtsmerkmalen, die inzwischen zur Ikonografie der Pop-Art gehören und irgendwie auch zum Markenzeichen der französisch-amerikanischen Künstlerin geworden sind. Die erste „Nana“-Reihe zeigte sie 1965 in Paris und erklärte, diese sei eine „jubelnde Feier der Frauen“. Niki de Saint Phalle wollte damit weibliche Stärke und ein befreites Matriarchat zeigen.

Die „Nanas“ sind nicht alles

Trotzdem solltet ihr euch nicht nur Niki de Saint Phalles „Nanas“ geben. Die Arbeiten der Malerin und Bildhauerin haben noch viel mehr zu bieten. Nicht umsonst wurde sie damals „Terroristin der Kunst“ genannt: Vor allem ihre „Schießbilder“, mit denen sie 1956 begann, haben eine ungeheure Wucht. Kein Wunder, entstanden sie doch, in dem Niki de Saint Phalles mit einem Gewehr auf Bilderrahmen schoss, an denen Farbsäcke montiert warten. Andere Skulpturen sind morbide und poppig zugleich: zum Beispiel ihre riesigen, manchmal begehbaren Totenschädel. Oder das lebensgroße Modell eines Pferdes, auf dem eine zombiehaft wirkende Hochzeitsbraut reitet. Der Clou dabei: Beide sind aus geschmolzenem Mädchenspielzeug gebaut.

Niki de Saint Phalles Leben kann man ab heute im Kino sehen

Bei einer Künstlerin wie Niki de Saint Phalle war es nur eine Frage der Zeit, bis sie mit einem Biopic geadelt wird. Das hat nun die Schauspielerin und Regisseurin Céline Sallette übernommen – mit der fabelhaften Charlotte Le Bon in der Hauptrolle, die man auch gerade in der dritten Staffel von „The White Lotus“ sehen kann. Sallettes Film sollte eigentlich erst „Niki“ heißen, wurde dann aber für das deutsche Publikum auf „Niki de Saint Phalles“ umgetauft, damit auch die letzten schnallen, dass es darin nicht um Niki Lauda geht – was man ja auch am Plakat erkennen könnte. Sallette versucht zum Glück nicht, Niki de Saint Phalles ganzes, bewegtes Leben in einen Film zu pressen. Sie konzentriert sich auf eine frühe Phase, als Niki de Saint Phalles mit Anfang 20 die USA verlässt und mit ihrem Ehemann nach Europa zieht. Zu Beginn des Films ist sie Model – am Ende eine faszinierende, die Leute schockende Künstlerin.

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Nicht das ganze Leben, aber das vielleicht spannendste Kapitel daraus

Céline Sallette sagte in einem Interview mit NDR Kultur: „Es war eine ihrer größten Leistungen, diese Transformation zu vollenden, um diese mächtige Frau zu werden. Darum geht es in unserem Film – wie sie Niki de Saint Phalle wurde.“ Die Konzentration auf dieses Kapitel war allerdings ein wenig aus der Not geboren, denn Sallette durfte aus Lizenzgründen nicht die Kunst von de Saint Phalle zeigen. „Niemand hätte gedacht, dass es klappt, einen Film zu machen, ohne ihre Kunst zu zeigen“, sagt sie gegenüber NDR Kultur. Die Herausforderung habe zwar auch zu Frustration geführt, „aber im Nachhinein bin ich froh, dass wir die Lebensphase zeigen, in der sie zur Künstlerin wird.“ Wer genau schaut, findet aber auch die ein oder andere Hommage an ihre Kunst. „Das Kleid, das Charlotte de Bon trägt, als Niki zum zweiten Mal schwanger ist, ist eine bunte Hommage an ihre Nanas. Wir haben versucht, unsere eigene Hommage an Niki zu machen.“ Das ist der Regisseurin und der Hauptdarstellerin nicht nur beim Kleid – sondern auch mit dem ganzen Film gelungen.

„Niki de Saint Phalle“ startet am 20. März in den Kinos.

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