„Der Text kam diesmal aus den Füßen“ – BLINKER über „True Love“
Wahre Liebe ist es nicht unbedingt, was man als erstes bei „Netflix&Chill“ im Kopf hat. Doch in dem neuen BLINKER Song handelt es sich um genau dieses unfertige, rohe Zwischending – die Phase, in der man sich mehrmals getroffen und gut kennengelernt hat, aber immer noch nicht weiß, ob die Sache langfristig hält.
Der Sänger vergleicht in „True Love“ diese Situation sehr treffend mit einer True Crime Serie. Genau wie in der Serie, weiß man auch im echten Leben nicht, wie es ausgehen wird und ob jemand einem Mörder zum Opfer fällt, beziehungsweise unerwartet doch verletzt wird. Ob es sich um „True Love“ oder doch um „True Crime“ handelt, kann man meist erst im Nachhinein sagen. „Nie vorbei und nie allein / Wir schauen Serien zu zweit / Du weißt, True Love, True Love, True Crime“
BLINKER – True Love
Ungutes Gefühl im Musikvideo
Diese Szene wird auch im zugehörigen Musikvideo aufgegriffen. Doch trotz harmonischem Miteinander auf einem Roadtrip im Van, bekommt man hier den Eindruck, der Sänger selbst habe ein Geheimnis und plane etwas, weshalb man im Zusammenhang mit der „Crime“ Thematik des Songs ein ungutes Gefühl bekommt.
Ein Koffer stellt das Schlüsselstück des Videos dar. Er wird zunächst vom Sänger immer wieder vor seiner Geliebten versteckt, bis er ihn schließlich doch zur Sprache bringt und damit einen riesigen Streit auslöst – doch was das Gepäckstück beinhaltet bleibt bis zum Ende unklar.
„Der Text kam diesmal aus den Füßen“
„True Love“ ist ein sehr lebhafter, überaus tanzbarer Song, der mit vorherrschenden 80er-Jahre Synths deutschsprachigen Indie-Pop in Reinform liefert. Auf Textbasis überzeugt BLINKER mit gewohnt ironischen, aber dennoch tiefgehenden Texten, die immer noch Nachklingen, auch wenn der Song schon lange zu Ende ist.
„Der Text kam diesmal eher aus den Füßen als aus dem Kopf, das ist selten bei mir – umso mehr freue ich mich, wenn es mal passiert“, so Wieland Johannes Stahnecker, wie BLINKER mit bürgerlichem Namen heißt, über den Song. Und dass merkt man auch – „True Love“ überzeugt mit einer vollkommen natürlichen Leichtigkeit und macht einfach nur Lust zu tanzen.
Wer im Übrigen jetzt schon nicht genug von der Musik des Wahlberliners bekommen kann, hat einen Grund zur Freude: Denn „True Love“ ist nur der Anfang, auf den im Frühjahr kommenden Jahres das langersehnte Debütalbum des Newcomers folgen wird.
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