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Die 10 besten Alben 2024 national

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K.I.Z – Görlitzer Park

Es gibt Alben, die fühlen sich an wie eine Zeitkapsel, weil sie so auf den Punkt die Missstände und Probleme einer bestimmten Zeit einfangen. Ein solches Album ist in jedem Fall „Görlitzer Park“, das siebte Studioalbum des Trios K.I.Z Auf dem Album richten sie den Blick auf soziale Verdrängung, Diskriminierung und Gentrifizierung in der deutschen Hauptstadt und rechnen nebenbei mit Kriegstreiberei, toxischer Männlichkeit und Alpha-Mindset ab. „Wenn K.I.Z Realtalk ohne Ironie bringen, sind nicht nur die Texte wahnsinnig gut, sondern die Lage auch sehr ernst.“, schreibt eine Person in der Kommentarspalte zum Musikvideo von „Sensibel“ und treffender könnte man es nicht sagen. Ja, die Lage ist ernst und das versuchen K.I.Z auch nicht zu verschleiern. So sind ihre Texte in „Görlitzer Park“ nur selten ironisch gebrochen, stattdessen wenden sie ihren Blick immer mehr auf Dinge, die sonst unsichtbar bleiben wie in „Lächel doch mal“. Auf die beste Art und Weise erinnert das an die pre-apokalyptischen Botschaften ihres Erfolgs-Albums „Hurra die Welt geht unter“, gerade wenn sie in Songs wie „2001“ oder „Vierspur“ Geschichten aus ihrer Jugend erzählen. So frustrierend die Lage der Welt auch sein mag, dieses Album bietet zumindest den stimmigen Soundtrack dafür.

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Donkey Kid – Heavyweight Champion

Wer Donkey Kid bisher noch nicht auf dem Schirm hatte, wird sich vielleicht wundern, dass sein Album „Heavyweight Champion“ unter unseren diesjährigen Lieblingsalben aus Deutschland gelistet ist. Denn der Alternative-Indie-Entwurf des Musikers klingt so international und weit, dass viele seine Herkunft wahrscheinlich niemals heraushören würden. Vielmehr erinnern die Tracks des Debütalbums an Bands wie The Strokes, Yeah Yeah Yeah oder Bloc Party – also 2000er Indie-Bands mit drängendem Coming-of-Age-Sound. Donkey Kid mischt diesen Ansatz mit rauschenden Lo-Fi-Beats und kreiert in Tracks wie „Live With It“ oder „Appetite“ seinen ganz eigenen, einnehmenden Sound, der sich auf Albumlänge nicht abnutzt, sondern vielmehr seine gesamte Magie überhaupt erst entfalten kann.

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Paula Carolina – Extra

Paula Carolina tauchte schon Anfang des Jahres in unserer „Artists To Watch“-Liste für das Jahr 2024 auf – und hat dann tatsächlich delivered. Ihr Debütalbum „Extra“ löste alle Erwartungen ein und etablierte ihren eigenen, wandelbaren Sound, der Paulas Stimme und Texte perfekt zu begleiten weiß. Dabei geht es mal NDW-rockig zu („Offiziell Glücklich“), mal pop-punkig („Sie liebt dich nicht“, „Danke Dirk“), mal elektro-poppig („Kein Bock“), mal piano-balladesk („Alles wieder gut“) und versucht sich an einer Stelle sogar an einem politisch aufgeladenen Coldplay-Song („Angst frisst Demokratie“). Vor allem das letztgenannte Stück zeigt, dass von Paula Carolina noch Großes zu erwarten ist: Einen dermaßen ambitionierten Song unfallfrei und ansteckend über die Bühne zu bringen – das muss man erst einmal schaffen.

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Bazzazian – 100Angst

Der Produzent, der vor allem für seine Tracks mit Haftbefehl geliebt und gefürchtet wird, hat für sein Solodebüt einige der spannendsten Stimmen des Landes eingeladen – z. B. Schmyt, Blumengarten, Brutalismus 3000, Haiyti, Trettmann, Apsilon, Tarek K.I.Z, Symba, OG Keemo. Und trotzdem klingt Bazzazians „100Angst“ nicht wie ein Mixtape, sondern wie eine von Anfang bis Ende schlüssige und bewegende Reise durch die Abgründe der Menschheit, der Liebe und der Großstadt. Man weiß gar nicht, welche Songs man hier herausstellen könnte, knallen sie doch alle auf ihre Weise: das wild bellende „Fleisch & Geld“ mit dem Techno-Duo Brutalismus 3000, ebenso wie das verzweifelt-schöne „Die Anderen“ mit Blumengarten und Trettmann, oder Schmyts Zeitreise in ein dunkles Jahr „2019“ oder das muskulös dröhnende „Glitzer“ mit Apsilon und Levin Liam.

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Gwen Dolyn – X-rated Feelings

Nachdem im vergangenen Jahr eine Platte von ihrem Duo Tränen erschienen ist, hat Gwen Dolyn vor wenigen Wochen auch ihr Solo-Debütalbum nachgelegt. „X-rated Feelings“ bedient sich munter an allem, was der rohe Teil der Neuen Deutschen Welle so zu bieten hatte und kombiniert Synthies mit Grunge oder schillernden Pop-Hooks. Das Album kommt lockerleicht und unterhaltsam daher; die – weitestgehend autobiografischen – Lyrics verweben detaillierte Alltagsbeobachtungen in einen größeren Kontext, in dem man sich als Hörer:in findet. Ein Highlight auf dem Album ist das Cover von Heinz Rudolf Kunzes „Dein ist mein ganzes Herz“, dass durch Gwen Dolyn zum Synthie-Schlager wird. Generell scheut sie sich nicht, auch hin und wieder Abstecher in besonders episch und kitschig anmutende Klangwelten zu machen, wenn sie zum Beispiel von choralen Backing-Vocals begleitet wird. Allerdings immer mit einem zwinkernden Auge, das „X-rated feelings“ kurzweilig und erfrischend macht.

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Berq – berq

Lang haben wir darauf gewartet, doch im Oktober 2024 war es dann endlich soweit: Berq veröffentlichte sein selbstbetiteltes Debütalbum. Darauf singt sich der Wahlberliner allen Schmerz von der Seele – und liefert ein umhauend-emotionales, episches erstes Werk. Es geht um schlimme Verluste („Blauer Ballon“), düstere Gefühle („Mein Hass tritt dir die Türen ein“) und verlorene Lieben („Still“) – um nur einen kleinen Einblick in die gewaltige Emotionspalette zu liefern, die Berq in seinem ersten Album offenbart. Der Star auf „berq“ ist dabei aber wie so oft am Ende immer die Stimme des Sängers, mit der er seine eindringlichen Texte in wuchtige, alternative Pop-Songs packt. An vielen Stellen bekommt das Debüt des Wahlberliners auch eine cineastische, epische Seite – hervorgerufen durch dramatische Chöre, dichterische Streicher und dem ständigen Spiel von zarten, leichtfüßigen und ausufernd-donnernden Elementen. Ein emotionsreiches Album, das uns an vielen Stellen den Atem geraubt, Tränen in die Augen getrieben oder Gänsehaut bereitet hat. 

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Apsilon – Haut wie Pelz

Auf seiner ersten EP „Gast“ erzählte Apsilon vor drei Jahren mit druckvoller Stimme auf harten Beats von seinem Aufwachsen in Berlin, von der Schikane durch die Polizei, vom Rechtsruck in Deutschland und der Geschichte seiner Großeltern, die in den 70er Jahren als billige Arbeitskräfte nach Deutschland kamen. Seitdem hat der Rapper aus Moabit immer wieder bewiesen, dass seine Kunst auf mehr als nur seinen politischen Haltungen beruht. Wer das bisher immer noch nicht gecheckt hat, sollte sein diesjähriges Debütalbum „Haut wie Pelz“ hören. Die großen Gefühle in Apsilons Musik sind hier leiser geworden, aber nicht kleiner. Aus loderndem Hunger und Frust wird tiefer Weltschmerz und zarte Hoffnung. Auch der Sound dazu klingt jetzt erwachsener, komplexer. Schwach glimmende Synthie-Sounds, einsame Klavier-Noten, chaotische Garage-Breaks, zwischen denen ein Saxofon flattert wie in den experimentellen Balladen von Bon Iver und James Blake, die Apsilon so liebt. Verantwortlich für die Produktionen ist ein enges Gespann, bestehend aus seinem Bruder Arman sowie Bazzazian und Ralph Heidel. Sie sind es auch, die Apsilon immer wieder ermutigt haben, über den Deutschrap-Tellerrand hinaus zu schauen und mehr zu singen. Das Ergebnis sind bewegende Balladen wie „Baba“, „Koffer“ oder „So leicht“ sowie tolle Features mit Paula Hartmann, Boondawg, Blumengarten und Caney030, die „Haut wie Pelz“ zu einem Highlight machen, um das man als Deutschrap-Fan dieses Jahr nicht herum kam.

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Paula Hartmann – kleine Feuer

„kleine Feuer“ ist der Nachfolger von Paula Hartmanns bejubelten Debüt „Nie verliebt“ aus dem Jahr 2022 und vielleicht so etwas wie die dunkle Fortsetzung der ersten Platte. Auf ihrem neuen Album erzählt sie Geschichten von mentalen Abgründen, Drogen und dem allgegenwärtigen Schmutz auf den nächtlichen Straßen der Hauptstadt. Schauplatz des neuen Albums ist mehr denn je der Berliner Westen. Bis heute genießt Berlin-Charlottenburg diesen exklusiven Ruf: KaDeWe, Ku’damm, Deutsche Oper. Doch auf „kleine Feuer“ zeigt Paula, dass dieser Zauber nicht allgegenwärtig ist. Songs wie „7 Mädchen“ oder „Sag was“ erzählen von den Abgründen, die besonders das Berliner Nachtleben mit sich bringt. Vor allem inhaltlich hat sich die Musikerin dahingehend weiterentwickelt. Aber auch in Sachen Features beweist Paula auf „kleine Feuer“ ein geschmackvolles Händchen. Unterstützung aus dem Straßen-Rap-Kosmos gibt es da z.B. qNizi19 und Lucio101. Aus dem erweiterten Freund:innenkreis gesellen sich Verifiziert, Domiziana und Levin Liam dazu und mit Trettmann gibt es auch einen altbekannten Featurepartner auf dem Album. 

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Souly – Bossbaby Tape

Erst im letzten Jahr hat Souly mit „Ich wünschte, es würd’ mich kümmern“ sein viel beachtetes Debütalbum veröffentlicht. Mit nur einem halbe Jahr Abstand jagte der Wahlberliner dann im Februar sein „Bossbaby Tape“ hinterher – ein Projekt, das trotz seines Titels nicht als wahllos zusammengewürfeltes Mixtape abgetan werden will. Vom Intro bis zum letzten Song entführt uns Souly mit seinen Stammproduzenten Stoopid Lou und Waterboutus in einen durchdachten, spacigen Sound-Kosmos. Schimmernde Clams-Casino-Synthies und melancholische Piano-Akkorde wabern durch das „Bossbaby Tape“, ein Sound, wie ihn A$AP Rocky seit einigen Jahren leider nicht mehr hinbekommt. An den Fashionkilla aus Harlem erinnern auch die tiefgepitchten Passagen, die genau so zum Album gehören wie der verquere Humor von Souly. Da wird dann auch mal ein halber Song genutzt um über Sodastreams, A&Rs und das eigene Label abzuranten oder ein ABC buchstabiert, in dem F für Effektivität steht. Dass Souly aus seinem ziemlich einseitigen Frauenbild noch herauswächst, haben wir uns schon letztes Jahr gewünscht, aber abseits davon stimmt hier eigentlich alles.

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Levin Goes Lightly – Numb

Wer sich auch abseits der NNDW für deutsche Musik interessiert, die Inspiration in den musikalischen Erzeugnissen der 80er Jahre findet, dem ist das neue Album von Levin Goes Lightly sicher nicht entgangen. „Numb“ ist schon das fünfte Album des Stuttgarters, der mit seiner Mischung aus Post-Punk, Cold Wave und Indie-Pop schon seit zehn Jahren ein fester Bestandteil der alternativen Popmusik-Szene ist. Auf „Numb“ schafft er es trotzdem wieder eine neue Facette von sich und seiner Musik zu zeigen. Die Höhen und Tiefen von Romantik und Partnerschaft zeichnen das Grundgerüst der Platte und klingen dabei mal flimmernd-elektronisch wie in „Okay“ zusammen mit Musikerin Flora, straight out of the 80s wie im englischen Post-Punk-Song „Headbanging“ oder sanft dahin plätschernd wie im Indie-Pop-Song „Endorphine“.

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Außerdem im Heft: Interviews mit badmómzjay, t-low, Magda, Paula Engels, fcukers, Betterov uvm. Außerdem große Reportagen über Kneipenkultur, Queer Rage und Essays!