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Die 10 besten Songs 2021 international

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Trotz des wirklich außergewöhnlichen Jahres ließ uns die internationale Musikwelt nicht im Stich und versorgte uns regelmäßig mit eingängigen Hits, die sicher auch noch 2022 viele unserer Playlisten zieren werden. Zehn dieser Songs haben wir für euch in unserer Jahresbestenliste „Die 10 besten Songs international“ zusammengefasst. Mit dabei: girl in red, Lil Nas X feat. Jack Harlow, Olivia Rodrigo, Bilderbuch, Snail Mail, Turnstile, Wet Leg, Isiah Rashad, Verifiziert und Lorde.

girl in red – Serotonin

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girl in red überschüttet ihre Hörer:innen in diesem Jahr buchstäblich mit Glückshormonen – und zwar in Form des Songs „Serotonin“, den die Sängerin Anfang März als Vorgeschmack auf ihr Debütalbum veröffentlicht. Begleitet von erschütternden Gedanken führt die Norwegerin in der Single einen Kampf mit der eigenen mentalen Gesundheit. Es ist ihr ein Anliegen, ihren Fans intime Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt zu gewähren, um ein starkes und selbstbestimmtes Vorbild zu sein. 

Und dass ist die Sängerin nicht nur aufgrund ihrer Position als moderne Ikone des queeren Indie-Pops und Leitfigur der LGBTQIA+-Community: Auch und vor allem musikalisch beweist sie auf „Serotonin“ unglaubliches Talent und zeigt wie vielfältig ihr Sound über die Jahre geworden ist. Sie würzt ihren berührenden Bedroom-Pop in dem Track in Zusammenarbeit mit (Co)Produzent Finneas mit einer guten Brise Rap und clubbigen Beats – um nur eine der vielen Facetten zu nennen, welche girl in red auf ihrem Debütalbum „if i could make it go quiet“ präsentiert.

Lil Nas X feat. Jack Harlow – Industry Baby

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Seit seinem Erscheinen in der Musikindustrie ist Lil Nas X gleichermaßen Rapper, Sänger sowie virales Phänomen und bedient all diese Sparten mit Bravur. Angefangen hat das alles natürlich 2019, als man um seine Country-Trap-Fusion „Old Town Road“ faktisch gar nicht herum kommen konnte. Aber auch nach diesem initialen Einschlag hat es der Musiker aus Atlanta geschafft, relevant zu bleiben und über die kritische Phase als One-Hit-Wonder hinauszuwachsen. Dabei schafft es Lil Nas X zuckersüße Pop-Ohrwürmer zu schreiben und trotzdem noch an den richtigen Stellen anzuecken und für Empörung zu sorgen. Ein solcher Moment war dieses Jahr seine Single „Industry Baby“ mit Featuregast Jack Harlow.

Von einem triumphalen Beat mit Bläser-Melodien begleitet, reiben Lil Nas X und Jack Harlow allen Zweifler:innen und Nichtsgönner:Innen ihren Erfolg unter die Nase. Diese arrogante, selbstsichere Stimmung überträgt sich auch auf die Hörer:innen und eignet sich gut für Workouts und den Weg zum Vorstellungsgespräch gleichermaßen. Noch auffälliger als der eigentliche Song war wahrscheinlich das Musikvideo zu „Industry Baby“: In einer pinken Gefängnisdusche performt Lil Nas X mit einer Gruppe von Insassen eine Choreographie – nackt. Zur Veröffentlichung des Songs hat der Rapper übrigens Spenden gesammelt, um für Besserungen im Gefängnissystem der USA zu sorgen.

Olivia Rodrigo – good 4 you

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Im vergangenen Jahr noch als Teil der „High School Musical“ – Serie im Disney-Kosmos bekannt, ist sie nun im Begriff eine der nächsten großen Popstars unserer Zeit zu werden: Die Rede ist natürlich von Olivia Rodrigo. Von null auf hundert startet die gerade mal 18-jährige Amerikanerin in die Welt der Popmusik und reißt alles ab – Kategorie Grammy-Nominierungen und Spotify-Streaming Rekorde. Mitte Mai veröffentlicht Rodrigo dann ihr Debütalbum „Sour“ – inklusive des Tracks „good 4 u“.

Auch und vor allem durch seine unglaublich powervolle Hook auf TikTok bekannt geworden, ist der Song doch weit mehr als ein Social Media Trend. In unfassbar ehrlichen, nachvollziehbaren Lyrics beschreibt die Sängerin ihr Gefühlschaos aus Wut und Schmerz nach einer unschönen Trennung und gratuliert ihrem Ex im triefend sarkastischen Refrain zu seinem emotionslosen Verhalten. „good 4 u“ lässt Dampf ab und feiert die neugewonnene Freiheit – aber nicht ohne die Herzschmerz-übliche Phase auszulassen, in der man einfach nur das Haus der:s Ex niederbrennen möchte. Definitiv einer der intensivsten Popsongs des Jahres – von einer Sängerin, welche die Popwelt in den nächsten Jahren wohl noch massiv prägen wird.

Bilderbuch – Nahuel Huapi

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Wohl jede:r hat ein ganz genaues Bild im Kopf von seinem oder ihrem allerletzten Urlaub in Normalität, bevor die Corona-Pandemie Reisen, so wie wir es bisher gekannt haben, für’s erste unmöglich gemacht hat. Für die österreichische Band Bilderbuch war dieser letzte Urlaub allerdings besonders bezeichnend. Schließlich hat es das Quartett um Sänger Maurice Ernst für zwei Wochen in die exotische Idylle von Argentinien verschlagen. Hier entstanden erste Ideen und Skizzen für das kommende Album „Gelb ist das Feld“, allen voran die Single „Nahuel Huapi“.

Dieser schier unausprechliche Titel stammt vom gleichnamigen See, an dem die Band ihren Argentinien-Aufenthalt verbracht hat und der sogar in der Hook Erwähnung findet: „Du und ich nackt im Nahuel Huapi / Schon sehr kalt, Baby, I can tell“. Der Song klingt nach liebestrunkenem Indie-Pop, Flitterwochen am Ende der Welt, versetzt mit frechem Bilderbuch-Charme. Mit „Nahuel Huapi“ ist die Band dieses Jahr mit einem Knall aus der Ruhepause zurück gekehrt und hat unsere Erwartungen für das kommende Album gehörig geschürt. 

Snail Mail – Valentine

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Der Song „Valentine“ kündigt Mitte September nicht nur die Rückkehr der Ausnahmekünstlerin Snail Mail sondern auch ihr gleichnamiges Album an. Der Track taucht tief in die Gefühlswelt von Lindsey Jordan ein und beschreibt ihren Umgang mit Herzschmerz – der ihr in den vergangenen Jahren das Leben nicht gerade leicht gemacht hat. Die Amerikanerin ist nach einer Trennung in ein tiefes Loch gefallen, was zu einem klinischen Aufenthalt geführt hat. Doch dort konnte sie ihre Gedanken ordnen und die Grundbausteine ihres kommenden Albums legen.

Dessen Leadsingle „Valentine“ kommt mit gewohnt-einzigartigem 90er-Jahre Indie-Gitarrensound der gespickt mit Punk- und Grunge-Einflüssen vom ersten Moment an Spannung aufbaut. Diese entlädt sich in einer großen, hymnengleichen Hook und stellt somit das musikalische Ebenbild des Ausrasters dar, den Snail Mail im Musikvideo durchlebt. Dort findet ein absurdes, antikes Banquett statt, was die dunkelste Seite in der Sängerin hervorruft.

Turnstile – Mystery

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Eine der geilsten Gitarren-Platten des Jahres kam von Turnstile aus Baltimore: „Glow On“ ist das dritte Album der Band um Sänger Brendan Yates. Darauf gelingt ihnen wieder einmal der Spagat, die besten Zeiten des 80er- und 90er-Hardcores, mit Emo(tionalität) und Indie-Spirit zusammenzubringen. Auf zwei Tracks ist sogar Dev Hynes alias Blood Orange zu hören, der zwar auch vom Indie kommt, aber inzwischen einer aufregendsten R’n’B-Player geworden ist. „Mystery“, der Opener des Albums, bleibt trotzdem die erste Wahl für diese Liste, denn hier ist alles drin, was Turnstile auszeichnet: Gitarren, die sägen und singen, Vocals, die zwischen Geschrei und Gefühl taumeln, die fantastischen Schnellfeuerdrums von Daniel Fang – und sogar auch ein echtes Schweinerock-Gitarrensolo. Wer all das in einer catchy Hymne wie „Mystery“ zusammenbringen kann, versteht sein Handwerk. Wir können es schon jetzt kaum erwarten, uns endlich dazu in einem Mosphit zu werfen.

Wet Leg – Chaise Longue

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„Wo sind die beiden so lange gewesen?“ – diese Frage stellt man sich im Sommer dieses Jahres gezwungenerweise als das britische Indiepop-Duo Wet Leg mit „Chaise Longue“ sein krachendes Debüt in der Indiewelt feiert. Denn Rhian Teasdale und Hester Chambers reihen sich keineswegs nahtlos in die unzähligen Indie-Acts ein, die wie Pilze aus dem Boden schießen, im Gegenteil: Sie eröffnen in ihrem Sound eine völlig neue Facette des Genres. Mit einer Faszination für das Absurde erzeugen sie in „Chaise Longue“ einen kontrastreichen Sound aus monotonem, leicht genervtem Gesang und sehr intensiven, anzüglichen Lyrics. Das in Kombination mit dem organischen Indie-Rock-Gitarren-Sound sorgt für ein Image, dass sich am besten als „effortlessly cool“ beschreiben lässt – was sich die meisten Künstler:innen erst nach Jahren in der Branche erarbeitet haben.

Daher dürfen die beiden im zugehörigen Musikvideo auch gerne mit braven, zugeknöpften Nachthemden und lieben Strohhüten aussehen, als wären sie gerade als hörige Töchter aus einem alten Film entsprungen – sie setzen dem Look in Form von seltsamem Tanz und ihrem natürlichen Edge ohnehin den Wet-Leg-Stempel auf und verstärken das Phänomen um sich nur. „Chaise Longue“ ist erst die Debütsingle aber schon so kantig und profiliert, dass man nur gespannt in die Zukunft schauen kann, in der Wet Leg mit Sicherheit noch einiges von sich hören lassen.

Isiah Rashad – Wat U Sed

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Fünf ganze Jahre mussten Fans von TDE-Wunderkind Isaiah Rashad auf den Nachfolger seines Debütalbums „The Sun’s Tirade“ warten. Doch wie sich in der sommerlichen Releasewoche von „The House Is Burning“ zeigte, hatte sich das Warten gelohnt. Denn der sonst überaus melancholisch klingende Isaiah Rashad hat auf seinem zweiten Langspieler mit „Wat U Sed“ auch eine astreine Sommerhymne für all diejenigen geschaffen, die die heißen Tage des zweiten Pandemiejahres bei einer entspannten Pool-Party genießen wollen. Denn „Wat U Sed“ besticht durch einen für Rashad untypisch lockeren Inhalt und durch einen angenehmen Beat, welcher mit der Implementierung der berüchtigten Cowbell eine Hommage an den ikonischen Sound der Südstaaten darstellt.

Aber allen Dingen voran muss eigentlich der Show-stehlende Part von der Newcomer-Rapperin Doechii aus Tampa erwähnt werden, die (trotz großer Konkurrenz) den vielleicht frischesten Verse auf dem ganzen Album hat. Die Art, wie sie ihren Lyrics verschiedene Melodien einflößt und dabei gleichzeitig mühelos die Reimschemata wechselt, holt nicht nur eingefleischte Rapfans ab, sondern macht „Wat U Sed“ zu einem astreinen Hit. 

Verifiziert – Schlaflos

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Die Newcomerin Verifiziert ist aktuell im Begriff, der nächste große Exportschlager unserer österreichischen Nachbar:innen zu werden. Insbesondere ihre Single „Schlaflos“ verschaffte ihr nach dem Release ihrer Debüt-EP „Sonntag 17:00“ in Deutschland erneut große Aufmerksamkeit.

Auf einem atmosphärischen und melodiösen Beat, der sich durch den reduzierten Einsatz von Drums auszeichnet, lamentiert Verifiziert in dem Song über die schlaflosen Nächte und das erdrückende Gefühl der Leere, die ein gebrochenes Herz mit sich ziehen. Auch wenn der Text beim ersten Mal hören vielleicht sehr simpel erscheint, bemerken aufmerksame HörerInnen schnell, dass Veri einfach nur verdammt gut darin ist, Referenzen zu verstecken. Habt ihr sie gefunden?

Lorde – Solar Power

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Nach dem Überdebüt „Pure Heroine“ galt Lorde ja lange Zeit als eine Art Eiskönigin der Popmusik. Dabei war schon der Nachfolger „Melodrama“ ein Freudenfest der überdramatischen Popmusik und ihre Liveshows dermaßen euphorisch – auf und vor der Bühne –, dass man ihr nun wirklich keine arrogante Coolness unterstellen konnte. Wer Lorde liebt, war dann also gar nicht so überrascht, dass sie sich auch die Spielart „Sommerhit“ ganz locker aus den nicht vorhandenen Ärmeln ihres zitronengelben Kleides schütteln kann, mit dem sie lässig durch das Video zu „Solar Power“ tanzt.

Irgendwo zwischen Indie, Folk und Pop tänzelt auch dieser wundervolle Song, der wieder mit ihrem Songwriting- und Produzenten-Partner Jack Antonoff geschrieben wurde – dem ja auch Taylor Swift und Lana del Rey gerne vertrauen. Dessen erdige Produktion hat man inzwischen vielleicht sogar ein wenig über – aber Lorde macht mit ihrem Gesang dann doch etwas einzigartiges aus „Solar Power“. Allein wie sie singt (oder vielmehr haucht): „And I throw my cellular device in the water  / Can you reach me? No, you can’t“. Ganz großes Kino!

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