Die spannendsten Easter Eggs aus der Musikwelt
Taylor Swift – Easter Eggs als eigenes Universum
Bei Taylor Swifts ganzen Easter Eggs in der Vergangenheit fiel es uns schwer, sich für eins zu entscheiden. Denn der Superstar hat über die Jahre ein eigenes Universum aus kleinen Easter Eggs geschaffen. Angefangen hat alles ganz analog: In Lyric-Heften wie bei „Fearless“ oder „Red“ versteckte sie geheime Botschaften. Heute sind es eher subtile Hinweise in Outfits, Interviews oder Videos, die vor allem durch TikTok nochmal mehr gepusht werden.
Ein aktuelleres Beispiel: Auf der „The Eras“-Tour fielen plötzlich komplett orangene Outfits im 1989-Set auf und am Ende ihrer Shows ging sie durch eine große orangene Tür – ein klarer Hinweis, von dem wir mittlerweile wissen, dass damit nicht nur das Album „The Life of a Showgirl“ angekündigt wurde, sondern auch symbolisch eine neue Ära betreten wurde.
Aphex Twin – Bild im Sound versteckt
Das hier ist eher Kategorie „Easter Egg auf komplett anderem Level“: Beim Track „Equation“ von Aphex Twin – aus dem „Windowlicker“-Kosmos – versteckt sich das eigentliche Bild nicht im Video, sondern im Sound selbst. Wer den Song nämlich durch eine Spectrogram-Analyse jagt (also Sound sichtbar macht), entdeckt plötzlich: Mitten im Track taucht das Gesicht von Richard D. James auf. Ein komplett im Audio verstecktes Bild, das man nur sieht, wenn man weiß, wonach man sucht. Während andere Artists Hinweise in Lyrics oder Visuals droppen, geht Aphex Twin einfach den nächsten Schritt und codiert das eigene Gesicht direkt in die Frequenzen.
Beyoncé – Hidden Encore im Album
Auf „B’Day“ hat Beyoncé einen kleinen Mini-Marathon versteckt – quasi als Geburtstagsgeschenk-Goodie für ihre Fans. Mit „Encore for the Fans“ leitet sie selbst ein Extra ein. Erstmal nur ein 40-sekündiges Interlude, in dem sie selbst ankündigt, dass danach noch etwas kommt. Und genau das passiert auch: Sofort darauf folgen „Listen“ und eine über sechs Minuten lange Extended Version von „Get Me Bodied“. Statt einfach nur Bonus-Tracks zu droppen, baut sie sich damit ihren eigenen kleinen Zugaben-Moment direkt ins Album ein – fast wie ein Konzert, das plötzlich nochmal weitergeht.
Die Ärzte – Der Song vor dem Anfang
Wer erinnert sich noch an die Zeit, wo Songs nur über CDs, Platten oder Kassetten abgespielt werden konnten? Aus dieser Zeit stammt das Easter Egg von den Ärzten. Auf ihrem Album „13“ ist der Song „Lady“ nicht einfach irgendwo versteckt – sondern befindet sich vor dem ersten Track. Heißt konkret: CD einlegen, Track 1 starten und dann zurückspulen. Und zwar bis in den Minusbereich, etwa bis -3:55 Minuten. Erst dann taucht plötzlich der Song auf. Das Ganze nennt sich „Pregap“ oder auch „Null-Track“ – ein Bereich, den man normalerweise nie hört, weil CD-Player immer bei 0:00 starten. Während andere Artists ihre Hidden Tracks ans Ende packen, verstecken Die Ärzte ihren einfach da, wo eigentlich niemand sucht. Der Digitalisierung sei Dank können wir ihn jetzt alle aber ganz easy von überall hören.
Alligatoah: Der rappende Illuminat?
Ein weiterer deutscher Artist, der gerne mit versteckten Botschaften arbeitet, ist Alligatoah. Wer dessen „Trauerfeier Lied“ bei Minute 1:13 rückwärts abspielt, hört: „Emotionale Manipulation, wahrscheinlich bin ich ein Illuminat.“ Vielleicht parodiert er damit die alte Legende, dass Musiker:innen geheime Botschaften nutzen, um die Massen unterbewusst zu steuern.
Radioheads mysteriöses Secret Booklet in Kid A
Wer im Jahr 2000 die Erstpressung von Radioheads „Kid A“ kaufte, ahnte oft nicht, dass er in Wirklichkeit zwei Booklets besaß. Denn in den Versionen mit schwarzem CD-Tray war ein geheimes zweites Heftversteckt. Es zeichnet sich durch einen markanten schwarzen Rand aus und ist vollgestopft mit ziemlich düsteren Zeichnungen, kryptischen Gedichten und Textfragmenten, die teilweise erst Jahre später in Songs wie „The Gloaming“ oder „Cuttooth“ auftauchten.
Pink Floyds legendäre Rückwärtsbotschaft
In dem Song „Empty Spaces“ auf dem legendären Album „The Wall“ versteckten Pink Floyd eine der berühmtesten Rückwärtsbotschaften der Musikgeschichte. Bevor der Gesang einsetzt, hört man ein unverständliches Kauderwelsch. Rückwärts abgespielt offenbart Roger Waters eine Nachricht: „Congratulations. You have just discovered the secret message. Please send your answer to Old Pink, care of the funny farm, Chalfont.“ „Old Pink“ könnte dabei eine Anspielung auf das Gründungsmitglied Syd Barrett sein, der die Band aufgrund psychischer Probleme verlassen musste – die „Funny Farm“ ist dabei wahrscheinlich ein Slangbegriff für die Psychiatrische Einrichtung.
Pharrell Williams Beatcut als Producer Tag
Während andere Produzent:innen ihre Tags auffällig in Song platzieren, nutzt Pharrell Williams ein eher subtiles musikalisches Branding. Fast jeder seiner produzierten Tracks startet mit einem rhythmischen Four Count. Der minimalistische Beat-Cut signalisiert sofort wer am Werk war. Berühmt wurde dieses Markenzeichen Anfang der 2000er durch Hits wie Snoop Doggs „Drop It Like It’s Hot“, findet sich aber sogar in Popsongs wie „Happy“.
Mitskis kreative Album-Promo
Für die Album-Promo zu „Where’s my Phone?“ schickte Mitski ihre Fans auf eine digitale Schnitzeljagd. Auf der minimalistischen Website wheresmyphone.net wurde lediglich die US-Nummer +1 432-755-7123 gelistet. Wer dort anrief, hörte entweder Mitskis Stimme, die ein Zitat aus der Horror-Serie „The Haunting of Hill House“ vorlas oder der eigene Anruf wurde auf der Website für alle sichtbar. Der Clou: Nach dem Anruf erhielten Fans eine SMS mit einem Link, der Mitski automatisch als Kontakt im Telefonbuch speicherte.
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