Die besten Metal- und Hardcore-Alben 2025 – bis jetzt
Sumac & Moor Mother – The Film
Wir starten mit „The Film“: einem Album, auf dem Sumac und Moor Mother gemeinsam ihre Liebe für Abstraktion, Experimentation und Improvisation ausleben – und das über dekonstruierte Grenzen von Doom Metal, Jazz und Spoken Word hinweg. Sumac liefern dabei eine Kulisse aus Distortion und Klangtexturen, in der sich Moor Mother mit ihrer Poesie austobt. Dem Titel „The Film“ folgend, gliedert sich dieses Album in verschiedene szenische Dissektionen unserer Realität: Da geht es unter anderem um Rassismus, Unterdrückung und Kriegstreiberei. Zwischen minimalistischer, meditativer Ruhe und spannungsgeladenen Zuständen der Unruhe liefert „The Film“ eine Art Katharsis.
Deafheaven – Lonely People With Power
Katharsis gibt es auch für Deafheaven, denn mit ihrem neuen Album „Lonely People With Power“ hat die Band ihr großes Comeback geschafft. Genau genommen waren Deafheaven natürlich niemals weg, nach ihrem eher mittelmäßigen Shoegaze-Album „Infinite Granite“ von 2021 stellte sich jedoch die eine oder andere Frage zur Zukunft der Band. Die beantworten die Kalifornier nun quasi mit erhobenem Mittelfinger, denn auf „Lonely People With Power“ klingen sie so fies und düster wie zuletzt vor zehn Jahren. Das Album ist aber noch vielseitiger: Neben Blackgaze gibt es unter anderem Death-Metal-Riffs, Industrial Noise mit Boy Harsher und atmosphärischen Spoken-Word-Ambient mit Interpols Paul Banks.
Spiritbox – Tsunami Sea
Eines der ganz großen und heiß erwarteten Metal-Releases des bisherigen Jahres war „Tsunami Sea“ von Spiritbox, die damit den Nachfolger zu ihrem gefeierten 2021er Debüt „Eternal Blue“ geliefert haben. Hier fließen verschiedenste, sich oft kontrastierende Klangfarben und Stile ganz natürlich ineinander – darunter Pop und R’n’B, Electronica, Nu und Progressive Metal. Wie der Titel „Tsunami Sea“ schon verrät, ist das ein aufwühlendes, atmosphärisches und stürmisches Album. Spiritbox haben hier ihr Songwriting perfektioniert, mehr Selbstsicherheit für die experimentelleren Facetten ihres Sounds gefunden und ihre Stärken erkannt – die größte davon ist natürlich Sängerin Courtney LaPlante. Der weitere Aufstieg in den Metal-Olymp scheint damit auf jeden Fall gesichert.
Pig Pen – Mental Madness
Zum Abschluss noch einer für den Moshpit: „Mental Madness“ ist das Debüt der neuen Old-School-Hardcore-Punk-Band Pig Pen. Aber da steckt noch mehr dahinter: Pig Pen ist eine Art Supergroup, zu der unter anderem Wade MacNeil von Alexisonfire gehört, ebenso wie Matty Matheson, den man vor allem als Internetkoch und Schauspieler aus der Erfolgsserie „The Bear“ kennt. Matheson zufolge wurde Pig Pen spontan während der Pandemie gegründet und das Album innerhalb von zwei Tagen geschrieben und aufgenommen – einfach, weil die Musiker Bock drauf hatten. Hier steht also ganz klar der Spaß an der Sache im Vordergrund, das zeigen auch Songtitel wie „Metal Mentality“. In der Tradition ihrer Helden der 80er sind die Songs roh, wild und düster, und lassen eigentlich nur eine Frage offen: Wann gibt’s endlich Deutschlandkonzerte?
Hier gehts zur Hard in Here Playlist:
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