Die Familie von George Floyd will Kanye West verklagen
Am 25. Mai 2020 starb George Floyd in Minneapolis während einer Polizeikontrolle. Der Beamte Derek Chauvin drückte den 46-Jährigen brutal auf den Boden und kniete über neun Minuten auf dem Hals des Mannes. Floyds Worte „I can’t breathe“ wurden zum Schlachtruf der „Black Lives Matter“-Proteste, die nach diesem Mord ihren Anfang nahmen. Chauvin wurde zu einer Freiheitsstrafe von 22 Jahren und sechs Monaten verurteilt. Kanye West aka Ye hat in den letzten Monaten und Jahren immer wieder rassistisches und antisemitisches Gedankengut von sich gegeben und kürzlich auch über Floyds Tod gesprochen. Als Ye zum wiederholten Male Gast im Podcast „Drink Champs“ war, belehrte er den Host N.O.R.E., dass Floyd nicht ermordet worden wäre, sondern an einer Überdosis des Opioids Fentanyl gestorben sei. Die Podcast-Folge wurde bereits offline genommen.
„Böswillige Aussagen gemacht, die ungenau und unbegründet sind.“
Kanye Wests Sichtweise wird gerne in rechten Internetforen verbreitet, ist aber durch den Prozess schon längst widerlegt. Obwohl Floyd Fentanyl im Blut gehabt hatte, schloss die Autopsie dies als Todesursache aus. Diese war, laut Protokoll der Verhandlung: „Herz-Lungen-Stillstand als Folge von polizeilichen Maßnahmen zur Ruhigstellung, Fesselung und Nackenkompression.“ Wie diverse Medien berichten, erwägt nun die Familie Klage gegen Kanye West zu erheben. Die Anwälte der Familie – die das bisher noch nicht bestätigten – hätten eine Unterlassungsverfügung gegen West beantragt. West habe, obwohl die Todesursache im Prozess geklärt wurde, „böswillige Aussagen gemacht, die ungenau und unbegründet sind und den Hinterbliebenen von Herrn Floyd Schaden zugefügt haben.“ Angeblich habe auch die Mutter von Floyds Tochter eine Klage über 250 Millionen Dollar wegen „Belästigung, Veruntreuung, Verleumdung und Zufügung seelischen Leids“ eingereicht. Ihr Tochter sei durch West Äußerungen traumatisiert.
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