Die Kombi geht auf: Die Benjamins veröffentlichen ihre Debüt-EP und huldigen den 80ern
Supergroups scheinen manchmal ein bisschen unwirklich, als wäre die Zusammenstellung zu gut, um wahr zu sein. Und ob man dann tatsächlich auf einen sinnvollen gemeinsamen Nenner kommt, ist auch so eine Frage. Auch bei der Band mit dem schönen Namen Die Benjamins mussten viele sicher erstmal stutzen, angesichts der wilden Besetzung. Hier haben wir nämlich sowohl alteingesessene Figuren der Musikindustrie – Annette Benjamin (Sängerin der Punk-Pionier-Band Hans-A-Plast) und Beatsteaks-Drummer Thomas Götz – als auch neuere Gesichter: Max Gruber aka Drangsal, Art-Pop-Künstlerin Charlotte Brandi und Julian Knoth von der Post-Punk-Band Die Nerven.
Alte Einflüsse, zeitgemäßer Sound
Je länger man darüber nachdenkt, desto sinnvoller erscheint diese Kombi aber auch – und dass da musikalische Chemie herrscht, merkt man beim Anspielen ihrer ersten, selbstbetitelten EP sofort. Die Benjamins präsentieren ihre Version von New Wave und Post-Punk, aber nicht auf die angesagte düstere NNDW-Art, sondern mit gleichermaßen großer Liebe zu glitzernden Pop-Synths wie zu kantigen Gitarren. Man hört klar den Einfluss von 80er-Bands wie Gang Of Four oder New Order heraus, dank der Produktion von Max Rieger, Julians Bandkollege von Die Nerven, wirkt das aber nie veraltet.
Fünf Künstler:innen toben sich aus
Ob die sanften, majestätischen Melodien von „Gleissendes Glück“ oder den doch etwas finsteren Abschluss in Form von „Verschwinden“, innerhalb von 15 Minuten zeigt die Band sehr unterschiedliche Songs, die aber unter einem genauen Sound gefasst werden. Die technisch vertrackten Drums von Thomas Götz bauen die Basis, auf denen sich Gitarren, Synths und Bass austoben. Die Namensgeberin Annette Benjamin regiert die Songs mit ihrem klar akzentuierten Gesang, der sich manchmal in bemerkenswerte Höhen schraubt, ohne je prahlerisch zu wirken. Und wenn sie dann von allen anderen mit Backing Vocals unterstützt wird, merkt man: Da sind fünf Menschen im Studio, die einfach nur eine gemeinsame Liebe für Musik teilen – und dabei verdammt gut klingen.
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