Die UK-Newcomer Porij finden mit „Figure Skating“ Schönheit im Alltag
Haferflocken aufkochen, ein bisschen frisches Obst dazu und fertig ist eines der leckersten Frühstücke, die es so gibt: Porridge. Oder eben Porij, wie sich die britische Newcomer-Band der Stunde nennt – andere Schreibweise, selbe Aussprache wie das gesunde Hafer-Gericht. Die vier Mitglieder stolperten in den Gängen ihrer Universität in Manchester übereinander und machen seitdem gemeinsam DIY-Musik ohne Grenzen und Regeln. Und bevor man sich groß Gedanken gemacht hatte, was man da eigentlich gerade tut, performten Porij schon ihren ersten Auftritt – und das nur, weil eine befreundete Band ausfiel. Aber augenscheinlich hat die Chemie gestimmt, denn nur wenige Jahre später sind Porji drauf und dran, den heimischen sowie internationalen Markt zur erobern.
Dabei kombinieren die vier Freunde Egg, Jacob, James und Tom Lo-Fi-Pop mit treibenden Club-Sounds aus dem House- und Garage-Werkzeugkasten. Diesen ganz eigenen Mix haben Porij schon mit der Debüt-EP von 2020 erstaunlich treffsicher gefunden. Nun manifestiert die Band mit der neuen Single „Figure Skating“ einmal mehr, was wir in Zukunft von ihr erwarten können.
Porij – Figure Skating
Bedroom Drum’n’Bass
Das Quartett empfängt uns mit Kontrastprogramm. Verträumte Synth-Flächen, wie man sie auch auf Mac Miller’s „Blue Slide Park“ finden könnte, treffen auf rasselnde D’n’B-Breakbeats. Passend zu diesem hypnotischen Sound sehen wir die schemenhafte Silhouette eines maskierten Eisläufers, der kunstvoll seine Runden über die Fläche zieht. Bewegungen verschwimmen, bunte Lichter ziehen einen farbigen Schweif hinter sich her und entrückte Synths fließen in einander.
Das titelgebende „Figure Skating“, also zu Deutsch Eislaufen, findet auch im Songtext statt – allerdings metaphorisch: „Figure skating, tracing the skin lying under me“. Der Song handelt davon, die Schönheit in genau diesen kleinen, intimen Momenten im Alltag einer Beziehung zu finden. Die weiche Stimme von Egg erinnert dabei stellenweise an TikTok-Sensation PinkPantheress, die ja zuletzt Wellen mit einer ähnlichen Fusion aus 2-Step und Pop geschlagen hatten. Es tut sich also einiges im United Kingdom und viele Newcomer:innen scheinen mit Begeisterung die Club-Sounds der 90er und frühen 2000er für sich zu entdecken – Porij ganz vorne mit dabei.
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