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Die zehn spannendsten Künstler beim Reeperbahn Festival 2017

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Austin hat das SXSW, Brighton das The Great Escape, Groningen das Eurosonic und Hamburg das Reeperbahn Festival. Vom 20. bis 23. September 2017 geht das Clubfestival im Stadtteil St. Pauli in seine zwölfte Ausgabe. Wie in den vergangenen Jahren wird das Reeperbahn Festival dabei wieder zwischen all seinen Konzerten, Konferenzen, Meetings und Partys einen ganz eigenen Charme ausstrahlen: Fans und Fachbesucher auf der Suche nach den besten Newcomerbands aus der ganzen Welt. Auf den folgenden Seiten stellen wir die spannendsten Künstler des diesjährigen Festivals vor – von leichtfüßigem Indie-Rock, über 80er-Jahre-Referenzen und DIY-Charme bis hin zu einer wilden und kontroversen Mischung aus HipHop, Pop und Emo.

Fazerdaze

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Mit ihrer entspannten, mal leichtfüßigen, mal süß-melancholischen Mischung aus 60s Pop und 90er Shoegaze gehört Amelia Murray alias Fazerdaze zum spannendesten, was die neuseeländische Musikszene derzeit zu bieten hat. Im Jahr 2014 veröffentlichte die Musikerin aus Auckland ihre selbstbetitelte Debüt-EP im Internet. Neben einer DIY-Aufnahme kümmerte sich auch selbst darum, die EP zu verbreiten. Mittlerweile hat Fazerdaze ihr Album „Morningside“ veröffentlicht – benannt nach dem gleichnamigen Vorort in Auckland, in dem sie mittlerweile lebt: „Morningside steht für mich dafür, nach Hause zu kommen und sich seit Jahren zum ersten Mal dort aufgehoben zu fühlen“erzählt sie in unserem Interview. Die positive Perspektive und Zeichen eines Neuanfangs prägen die Stimmung der zehn Songs auf Fazerdazes Debüt, das sich perfekt als Soundtrack für frühsommerliche Tage oder lange Skateboard-Fahrten wie im offiziellen Video zu „Little Uneasy“eignet. Live erhalten die Songs noch einmal eine andere Dynamik, weil Fazerdaze nun meistens als Band unterwegs ist. Freitag, 22. September 2017, 20:30 Uhr – Terrace Hill Samstag, 23. September 2017, 22:30 Uhr – MS Claudia

Kat Frankie

Die australische und in Berlin lebende Singer-Songwriterin Kat Frankie ist schon längst keine Unbekannte mehr: In den vergangenen Jahren hat sie drei Alben veröffentlicht, war unter anderem mit Olli Schulz auf Tour und hat mit Clueso den Song „Neuanfang“ aufgenommen. Anfang 2016 veröffentlichte sie dann gemeinsam mit Konstantin Gropper alias Get Well Soon den Soundtrack zur TV-Show „Schulz & Böhmermann“. Die vier Songs der EP leben von großartig emotionalen und düsteren Momenten sowie von einer epochalen Instrumentierung. In letzter Zeit hat Kat Frankie an ihrem kommenden Album „Bad Behaviour“ gearbeitet, das am 2. Februar 2018 bei Grönland Records erscheinen wird. Den vorantreibenden Titelsong der Platte hat sie bereits veröffentlicht und damit einmal mehr bewiesen, dass ihre wandelbare Stimme in einen unnachahmlichen Bann ziehen kann. Mittwoch, 20. September 2017, 21:45 Uhr – Mojo Club Samstag, 23. September 2017, 23:10 Uhr – St. Pauli-Kirche

Ankathie Koi

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Mit einer Menge Haarspray in ihrem Vokuhila, Schulterpolstern und schrillen Farben lässt die in Wien lebende Musikerin Kathi Winklbauer alias Ankathie Koidie 1980er-Jahre auferstehen. Die gebürtige Bayerin trat in der Vergangenheit schon als Teil des Pop-Duos Fijuka in Erscheinung, jetzt treibt sie ihr Soloprojekt voran. Auf ihrem Ende April 2017 erschienenen Debütalbum „I Hate The Way You Chew“ präsentiert sie eine wilde Mischung aus Retro-Dance und Synth-Pop, die in kleinen Hits wie „Black Mamba“, „Little Hell“ oder „Hurricane“ ihre Vollendung findet. Ankathie Koi verbeugt sich mit ihren Sounds sowie ihrem exzentrischen und schrägen Auftreten vor Kate Bush oder David Bowie und geht ohne Probleme als die 2017er Madonna durch. Neben ihrem „Black Mamba“-Video sind auch die Clips zu „Little Hell“, „Kate, It’s Hunting Season“und „Foreign Heart“ absolute Empfehlungen. Mittwoch, 20. September 2017, 22:20 Uhr – Indra

Erregung Öffentlicher Erregung

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Die Mitglieder der Gruppe Erregung Öffentlicher Erregung spielen deutschsprachigen Postpunk, der sich mit krautigen und klirrenden Gitarrenklängen sowie einer treibenden Unruhe auf die Gitarren-Musik der 80er-Jahre besinnt. Dass über Anja Kasten (Gesang), Michael Schmid (Schlagzeug), Michael Hager (Gitarre), Laurens Bauer (Bass) und Philipp Tögel (Synthesizer) erst wenige Informationen zu finden sind, liegt vor allem daran, dass die Band eine Weile lang lieber Konzerte „in kleinen Kellern“ spielt und Songs aufnimmt, „als das alles an die große Glocke zu hängen.“ Bereits im Jahr 2015 veröffentlicht das Quintett vier Songs auf ihrer „Farbfernseher“ EP und präsentiert dabei ebenso sperrige wie melodische Klänge, die phasenweise an die energetischen Songs der britischen Band Savages erinnern. Im Mai 2017 hat die EÖE die „Sonnenuntergang über den Ruinen von Klatsch“ EP über das Hamburger Label Euphorieveröffentlicht, dort, wo in der Vergangenheit auch schon Platten von Der Ringer oder Trümmer erschienen sind. Songs wie „Kreuzen Kompetenzen“ oder „Wo soll ich hin?“ machen deutlich, dass sich Erregung Öffentlicher Erregung einem Zeitgeists anschließen, in dem schwierige Fragen mit unbequemen Lösungen beantwortet werden müssen: Inmitten von mutigen Wechseln zwischen ruhigeren Parts und wilden Ausbrüchen kommen immer wieder Wut und Bestimmtheit zu Tage. Samstag, 23. September 2017, 23:00 Uhr – Hanseplatte

Ilgen-Nur

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„Everyone thinks I’m grumpy. Everyone thinks I’m grumpy, when I look at them. Everyone thinks I’m having no emotions. But in reality, I am weak. I am vulnerable“ singt die aus der Nähe von Stuttgart stammende Sängerin Ilgen-Nurin „No Emotions“, dem Titeltrack ihrer gerade erschienenen Debüt-EP. Die 21-jährige Sängerin beweist in ihren Liedern eine direkte Ehrlichkeit, die einem in dieser Form nicht sehr oft begegnet. Inmitten von rauen Gitarrenriffs, lässig gespieltem Indie-Rock und einer über allem schwebenden DIY-Ästhetik präsentiert sie einen Coming-of-Age-Soundtrack: Es geht um Einsamkeit, Träume, Unsicherheiten und darum, sich selber zu finden. Vor knapp einem Jahr zieht Ilgen-Nur nach Hamburg, bricht ihr Studium ab und hat außerdem keinen Job mehr. Als nicht mehr genügend Geld für die Miete übrig bleibt, setzt sie sich damit auseinander, was sie mit ihrem Leben eigentlich anstellen möchte – die Grundlage für ihre EP ist geschaffen. Songs wie „Cool“ oder „Expextations“ bewegen sich zwischen Kate Nash, Courtney Barnett oder Girlpool und wurden mit Hilfe von bekannten Gesichtern der Indie-Szene umgesetzt: Aufgenommen und produziert wurde die EP von Max Rieger(Die Nerven, All Diese Gewalt), Schlagzeug und Bass steuerte Paul Pötsch (Trümmer) bei. Samstag, 23. September 2017, 21:30 Uhr – Hanseplatte

Lil Peep

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Der aus Long Island, New York stammende Lil Peeprappt und singt zu klassischen Pop-Punk-Melodien über Sex, Geld und Rausch und liefert damit alles, was Teenager derzeit hören wollen. Seine Mixtapes „Cry Baby“, „Castles“ und „Hellboy“ veröffentlichte Lil Peep – nachdem er mit 17 Jahren die Highschool schmiss und nach Los Angeles zog – auf Soundcloud, ganz ohne Label oder Vertrieb. Unterstützung erhielt er allein von seinen Freunden der „Gothboiclique“, zu der unter anderem Lil Tracy, Horsehead und Wicca Phase gehören. Diese Clique hat mittlerweile ein derart großes Following generiert, dass bei den stetig ausverkauften Konzerten regelmäßig laute „GOTH BOI CLIQUE“-Chöre skandiert werden. Vor Kurzem hat der Emo-Rapper sein sieben Song starkes Debütalbum „Come Over When You’re Sober, Pt.1“ veröffentlicht, das von Kokain, Selbstmordphantaisen und Liebeskummer geprägt ist. Vom Außenseiter hat es Lil Peep zum (Anti-)Helden geschafft, der mit seinem Outing („Yes, I am bisexual“) gleichzeitig wichtige Signale an die weltweiten HipHop-Szenen sendet. Donnerstag, 21. September 2017, 20:00 Uhr – Moondoo

Wandl

Der aus dem österreichischen St. Pölten stammende Lukas Wandlgilt bereits seit einiger Zeit als musikalisches Wunderkind und schillernder Hoffnungsschimmer am Beatmaker-Himmel. Mit seiner einzigartigen Mischung aus zeitgenössischem RnB, Trap, Soul und Electronica-Elementen wandelt (fair enough) er zwischen ergreifendem Herzschmerz und unsaglicher Coolness umher. Im Sommer hat der Produzent sein Debütalbum „It’s All Good Tho“ veröffentlicht, auf dem ganze 17 Tracks zu finden sind. Nach drei EPs, unzähligen Remixes, mehreren Produzenten-Arbeiten (unter anderem für Yung Hurns „Krocha Tape“) sowie dem Kollabo-Album „Geld leben“ mit Crack Ignaz macht Wandl eindrucksvoll deutlich, dass er die Gratwanderung zwischen Hype und kontinuierlicher Qualität zu meistern weiß. Mittwoch, 20. September 2017, 23:30 Uhr – Indra

Mavi Phoenix

Dass Mavi Phoenixdas Potenzial dazu hat, der nächste große Star aus Österreich zu werden, hat sie in den vergangenen Monaten immer wieder eindrucksvoll klargestellt: Ihre Single „Aventura“ wurde zu einem internationalen Hit (derzeit überschlagen sich die Lobeshymnen in Italien und Spanien) und als Support auf Bilderbuchs „Magic Life“-Tour erntete sie große Anerkennung. Die bunten Sport- und Racing-Outfits aus den 90ern, Schlangen und lässigen Posen auf dem Tennisplatz in ihrem letzten Video sind dabei viel mehr als ein Statement: Mavi Phoenix ist authentisch und ein cooles Vorbild für ihre Generation. Samstag, 23. September 2017, 23:45 Uhr – Moondoo

Albrecht Schrader

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Ein Album mit dem wunderbaren Titel „Nichtsdestotrotzdem“ kann eigentlich nur Staatsaktveröffentlichen. Im Mai ist Albrecht Schraders so benannte erste Platte dort erschienen – reich an allem, was die Künstler des Berliner Labels auszeichnet. Die Sprachverliebtheit von Die Türen oder Sterne, das großstädtisch-dandyhafte Singer/Songwritertum von Jens Friebe, die NDW-Affinität von Andreas Dorau, die Unterhaltungsqualitäten von Jacques Palminger und Co. Das passt natürlich, wie Albrecht Schrader im Mail-Interview schreibt: „Ich war Fan der ersten Stunde von Staatsakt und neben Buback war das eines meiner Traumlabels in Deutschland für meine Musik. Die ganzen Pudel Club-Sachen, Jacques Palminger, Die Türen, etc. – alles Staatsakt-Künstler, die mich sehr beeinflusst haben.“ „Nichtsdestotrotzdem“ ist kluge, ausgefeilte Popmusik. Sie versprüht aber gleichzeitig mit an Big Band und Jazz erinnernden Elementen einen gewissen Glamour, der vermutlich aus Albrecht Schraders klassischer Vorbildung und Tätigkeit als einer der zwei Leiter des Rundfunk-Tanzorchesters Ehrenfeld überspringt. Letzteres gestaltet seit Anfang des Jahres die musikalischen Einlagen in Jan Böhmermanns Neo Magazin Royale. Trotz der tollen Referenzen kennt Albrecht Schrader die bitteren Rückschläge des Musikgeschäfts. Gerade musste er viele Termine seiner geplanten Herbsttour absagen. Für ihn aber kein Grund Träume wegzuschmeißen: „Wenn ich dann eine Tour absagen muss, weil die Zahlen schlicht nicht aufgehen, zwiebelt das natürlich ganz gehörig und nagt für einige Zeit an den tiefsten Grundpfeilern dieses eh schon fragilen Gebildes. Und dann geht es wieder weg und ich setze mich ans Piano, um mir was Feines auszudenken. Realitätsflucht als heilsamer, ‚beruflicher Selbstzweck‘ – was für ein Privileg! Ich habe keinen Grund, mich im Großen zu beschweren.“ Freitag, 22. September 2017, 20:30 Uhr – Molotow SkyBar

Kelvyn Colt

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Kelvun Ajala, wie der Rapper Kelvyn Colt mit bürgerlichem Namen heißt, ist der Sohn einer deutschen Mutter und eines nigerianischen Vaters. Bilingual in Wiesbaden aufgewachsen, fand er schnell Gefallen an der amerikanischen HipHop-Kultur, sodass er schließlich anfing, auf Englisch zu rappen. Sein Track „Hucci“ ist allerdings ein Beispiel dafür, dass man Deutsch und Englisch auch hervorragend kombinieren kann: Mühelos wechselt Kelvyn Colt zwischen beiden Sprachen hin und her und beeindruckt nachhaltig mit Flow und Reibeisenstimme. Anfang des Jahres hielt sich der Rapper in Los Angeles auf, um mit Produzenten von Dr Dre, Eminem oder Michael Jackson zu arbeiten – eine perfekte Ergänzung zu den angestammten Teams in seiner Wahlheimat London (dort arbeitet er regelmäßig mit den Produzenten-Teams von Wiley, Skepta und Stormzy zusammen). Keine Frage, dass er einer der spannendsten Rapper der nächsten Monate ist. Donnerstag, 21. September 2017, 22:35 Uhr – Terrace Hill

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Das neue DIFFUS Print-Magazin

Titelstory: Ikkimel

Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.