Dieser eine Song: Arcade Fire – Wake Up
Wenn eine bis dato unbekannte Indie-Folk-Band ihr Erstlingswerk auf den Markt bringt, vermutet man als Bandmitglied wahrscheinlich nicht sofort den ganz großen Ruhm – vielleicht ein paar Euro für die Bandkasse, vielleicht ein bisschen Aufmerksamkeit und Auftritte. Nicht so bei Arcade Fire. Das Debüt „Funeral“ ging auf Anhieb durch die Decke.
Arcade Fire – Wake Up
Mit von der Partie war dabei auch die fünfte und finale Single-Auskopplung „Wake Up“. Die Single ist einer der bekanntesten Songs der kanadischen Band. Thematisch behandelt „Wake Up“ die Enttäuschung des Erwachsenwerdens, versucht aber zugleich auch den Umgang mit dieser Traurigkeit zu handhaben. So heißt es in der ersten Strophe: „Something filled up / My heart with nothing / Someone told me not to cry / But now that I’m older / My heart’s colder / And I can see that it’s a lie“. In einem vom Tempowechsel geprägten Outro ergänzt Multiinstrumentalistin Régine Chassagne dann noch: „With my lightning bolts a-glowing / I can see where I am going / With my lightning bolts a-glowing / I can see where I am go-going“.
Gemeinsam auf einer Bühne mit David Bowie
Doch neben Charterfolgen und ausverkauften Tourneen wartete noch etwas auf die Band aus Montreal. Niemand geringeres als David Bowie wollte eines seiner seltenen Konzerte unbedingt mit dem Quintett zusammenspielen. Und so kam es dann: 2005 spielten David Bowie und Arcade Fire gemeinsam bei einer Benefizveranstaltung in New York die Single „Wake Up“ sowie zwei Bowie-Songs.
Spätestens jetzt waren Arcade Fire von einer kleinen Indie-Band zu Weltstars herangewachsen. Ihr größter Hit „Wake Up“ wurde in Werbespots beim Superbowl gespielt, in diversen Fernsehformaten genutzt, oder sogar als Filmsoundtrack auserkoren.
Arcade Fire & David Bowie – Wake Up
Auch die Nachfolgewerke zu „Funeral“ bekommen durchweg positive Kritiken und werden für mehrere Grammys nominiert. Das Album „The Suburbs“ wird sogar mit dem legendären Radiohead-Album „OK Computer“ verglichen. 2014 gewannen die Kanadier:Innen sogar einen Oscar für die von ihnen beigesteuerte Filmmusik zum Science-Fiction-Film „Her“. Insgesamt veröffentlichten Arcade Fire bisher fünf Studioalben, ein sechstes ist für Mai dieses Jahrs angekündigt.
Arcade Fire überzeugen mit großem Klangkonstrukt
Schon bei den Aufnahmen zum Debüt-Album waren neben den Kernmusikern der Band viele Freund:Innen an den Aufnahmen beteiligt. Auch Live wird das Ensemble immer wieder erweitert. So entsteht ein experimenteller Sound der von seiner Vielschichtigkeit lebt und Arcade Fire zu einer Stadion-Band der besonderen Art macht. Ob Indie, Folk oder Artrock- Arcade Fire greifen gern auch auf elektronische Klänge oder eher unübliche Instrumente wie Kirchenorgeln zurück. Bei dem kanadischen Quintett gibt es immer eine Menge zu entdecken, weshalb man gespannt sein darf, was auf dem neuen Album „We“ im Mai zu hören ist.
Hier geht’s zu unserer Playlist „Dieser eine Song“:
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.