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Dieser eine Song: Döll – Weit entfernt

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Tagged: Döll

„Spielsucht fühlt sich an wie die Sucht nach ’nem Opiat, Dicka“

Der hessische Rapper Döll überzeugt immer wieder mit brutaler Ehrlichkeit und der Geschichte des tragischen Helden. Suizid des Vaters, Spielsucht und die allgemeine Existenzangst kommen immer wieder in seinen Texten vor und treffen dabei genau ins Mark. So rappte Döll auf „Für den Fall“ unter Anderem: „Ich würd‘ untertreiben, wenn ich sag‘ ich kam nicht klar, Dicka / Spielsucht fühlt sich an wie die Sucht nach ’nem Opiat, Dicka“.

Lange vor seinem gefeierten Kollabo-Album mit dem großen Bruder Mädness veröffentlichte Döll die „Weit entfernt“-EP. Der Name passt insofern wie die Faust aufs Auge, als dass die Musik während seines Studiums in Madrid entstanden ist und nicht im heimischen Rhein-Main-Gebiet. Der Titeltrack der EP zählt dabei bis heute zu den stärksten und bekanntesten Songs des Rappers.

Döll – Weit entfernt

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„Weit entfernt“ überzeugt voll und ganz durch ausgeklügelte Reimketten auf einem Beat von Dexxter, der zum Kopfnicken verpflichtet: „Gib‘ mir ’nem paar Gramm Skunk / Ich bin ’nen Tag verschanzt und das Gras verdampft / Nebenbei weiß ich morgen, dass ein Part entstand / Spätestens bis Drei – denn meine Bahn fährt dann / Frag‘ mich nicht, wie lange ich jetzt schon durchs Land pendel, Mann / Sollte ich mich irgendwann dabei dumm anstellen, dann / Halten mich die Bullen an irgend’ner Tankstelle an / Und ich hab dank dem verdammten Skunk Handschellen an – ah!“.

Doch nach der gefeierten EP war es erstmal still um Döll. Jahre später erfuhr man, wieso, weshalb warum. Gemeinsam mit seinem Bruder Mädness veröffentlichte er 2017 das Studioalbum „Ich und mein Bruder“, das von persönlichen Geschichten nur so strotzt und sich völlig zurecht in die Deutschrap-Herzen einbrannte. Auf dem Kollabo-Album wurden neben dem Suizid des Vaters auch diverse Suchtprobleme angesprochen, die auch in weiteren Veröffentlichungen von Döll immer wieder Thema sind.

Mädness & Döll – Ich und mein Bruder

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Auf seinem 2020 erschienen Song „5 Sekunden“ heißt es: „2-15 fing ich an mit Roulette, sechzehn zog ich nach Berlin / Spielte siebzehn nur noch Black Jack, war achtzehn zum neunten Mal clean / Hab‘ mich dabei mehrfach ruiniert, wurde therapeutisch betreut / Sitze in meinem ersten Termin, während meine Live-Wette noch läuft“. Auch wenn Döll sich seiner Probleme bewusst zu sein scheint, wird ihn die Suchtproblematik laut Eigenaussage wohl immer begleiten: „Das Thema ist für mich nicht abgeschlossen und wird es auch nicht sein, solange ich lebe“.

Döll – 5 Sekunden

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Kaum jemanden gönnt man den Erfolg so sehr wie Döll, genauso wie seinem großen Bruder Mädness. Gemeinsam gibt es die beiden übrigens auch in ihrem Podcastformat „Aja, was geht?“ zu hören. Inzwischen hat Döll nicht nur sein Debütalbum „Nie oder jetzt“ an den Start gebracht, sondern auch diverse EPs. Acht Jahre nach „Weit entfernt“ scheint Döll seinen Weg gefunden zu haben und bekommt die Aufmerksamkeit, die er sich verdient hat. Bleibt zu hoffen, dass es so weitergeht und dass Döll auch in Zukunft die deutsche Rap-Szene mit seiner Musik bereichern wird.

Hier geht’s zu unserer Playlist „Dieser eine Song“:

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