Dieser eine Song: Gender Roles – About Her
Gender Roles blicken auf eine noch recht beschauliche Diskografie, dennoch sind die Briten inzwischen eines der Aushängeschilder für ihre Heimatstadt Brighton. Die dort ansässige Mathrock-Szene spuckte 2017 auch eben jene Band aus, die unter dem Namen Gender Roles bereits Größen wie Touché Amoré oder die Pop-Punk-Veteranen PUP auf Tournee begleiteten.
Melodien als große Stärke
Seit sieben Jahren machen die drei Freunde gemeinsam Musik und veröffentlichten bisher zwei EPs und ein Studioalbum. Mit „Planet X-Ray“ erschien 2017 die erste EP und somit das erste Lebzeichen der drei Musiker, das bereits Refrains mit Ohrwurm-Garantie aufwies. Und hier sind wir schon an dem Punkt, der Gender Roles so besonders macht. Seit Tag eins an gelingt es den Briten, wahnsinnig eingängige Melodien zu produzieren, die in ausgelassenen Refrains ihren Höhepunkt finden.
Gender Roles – About Her
Pop-Punk, Indie, Alternative – so in etwa lässt sich der Musikstil der Briten beschreiben. Nicht von der Hand zu weisen sind außerdem leichte LoFi-Sounds auf der Stimme von Frontmann Tom Bennet. 2018 erschien als zweite EP „Lazer Lush“. Die vierteilige EP knüpft da an, wo der Erstling aufgehört hat: Gender Roles schaffen es durch starkes Songwriting die Hörer:innen in ihren Bann zu ziehen und zum mitwippen zu zwingen.
DIY-Ästhetik trotz Plattenvertrag
Allen voran der Song „About Her“ spiegelt wider, wofür die Band steht: von Sekunde eins an freut man sich schon auf den Refrain und wird wie immer nicht enttäuscht. Gerade Live entfaltet der „About Her“ seine volle Stärke und lässt niemanden mehr stillstehen. Das Video kommt in gewohnter DIY-Ästhetik, auch wenn die „Lazer Lush“-EP bereits auf dem Label Big Scary Monsters erschien und nicht mehr in kompletter Eigenregie produziert wurde.
Gender Roles – PRANG
2019 veröffentlichte die Band ihr Debüt-Album „PRANG“ und bescherte damit Fans des Big Scary Monsters Label genau das, was sie erwarteten. Von lieblichen Strophen zu gitarrengeschwängerten Refrains bietet „PRANG“ alles, was das Pop-Punk-Herz begehrt. Da ist es schwierig zu sagen, ob die Musiker aus Brighton in kleine schwitzige Clubs, oder in große Hallen gehören. Funktionieren würde wahrscheinlich beides.
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