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Dieser eine Song: Juju feat. Henning May – Vermissen

Posted in: Dieser eine Song
Tagged: JujuHenning May

Ob als Teil des inzwischen aufgelösten HipHop-Duos SXTN oder als Solo-Künstlerin: den Namen Juju verbindet man mit partytauglichem und brachialem Deutschrap. Mit „Vermissen“ schlug die Berlinerin im Frühsommer 2019 aber eine ganz andere Richtung ein.

Melancholie statt Turn Up

Melancholischer Beat, nachdenklich rappende Juju und ein Text ohne doppelten Boden. Judith Wessendorf, so Juju bürgerlich, rappt frei von ausgeklügelten Metaphern und Wortspielereien, sondern benennt ihre Gefühle genau, wie sie nun mal sind: „Ich muss mich ablenken muss wieder Musik machen / Guck mir zu, ich füll‘ ab heut alleine meine Brieftasche / „Aber was schreibe ich bloß?“, frag‘ ich mich /  Diese Wohnung ist auf einmal so groß ohne dich“.

Im Refrain mit absoluter Ohrwurm-Garantie steigert sich Juju nochmals in ihrer Direktheit und lässt ihren Gefühlen abermals freien Lauf: „Wie kann man jemand so krass vermissen / Wie ich dich in diesem scheiß Augenblick?“. Im zweiten Part des Refrains passiert dann das, was vor vier Jahren niemand erwartet hätte. Zu Jujus verletzlicher Stimme gesellt sich plötzlich die markante Stimme von AnnenMayKantereit-Sänger Henning May.

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Die Single-Auskopplung zu Jujus erstem Soloalbum stieg sofort auf Platz eins der Charts ein und ist mit über 200 Millionen Streams ihr bis dato erfolgreichster und bekanntester Song. Maßgeblich am Erfolg beteiligt ist Feature-Gast Henning May, der nicht nur im Refrain zu hören ist, sondern auch eine Strophe zum Besten gibt. Auch der Kölner besticht mit seiner direkten Wortwahl und schreit seinen Schmerz nahezu aus sich heraus.

Zwar kam das Zusammenspiel von Juju und Henning May unerwartet, doch ist es nicht die erste Zusammenarbeit der beiden Musiker. Bereits 2017 spielten AnnenMayKantereit im Rahmen einer 1Live-Session gemeinsam mit Juju und Nura den SXTN-Song „Er will Sex“ gemeinsam. Mit „Vermissen“ schafften sich Juju und Henning May aber ein für alle Mal ein gemeinsames Denkmal. Fünffach Platin und im Mai dieses Jahres sogar eine Diamant-Auszeichnung sprechen eine deutliche Sprache, die den Ton für die zukünftige Verschmelzung von Deutschrap und -pop vorgab.

Dass ausgerechnet „Vermissen“ so ein Mega-Hit wird, hätte Judith Wessendorf selbst nicht für möglich gehalten. Für Juju geht es gegen jegliche Logik, dass ein so emotionaler Song neben all ihren Party-Bangern so gut bei den Menschen ankommt und sie auf Platz Eins katapultiert hat. Vier Jahre nach Release ist „Vermissen“ aus Jujus Vita nicht mehr wegzudenken und hat bewiesen, dass die Neuköllnerin vielschichtiger ist, als Kritiker:innen ihr vorzuwerfen versuchten.

Hier geht’s zu unserer Playlist „Dieser eine Song“:

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