Dieser eine Song: Laurel – Life Worth Living
In Southampton geboren, begann die Engländerin Laurel bereits in ihrer Kindheit mit dem Musizieren. Erste Aufmerksamkeit erlangte sie im Jahr 2013, als sie eine Demo ihres Songs „Next time“ über Soundcloud veröffentlichte und auf Anhieb von verschiedensten Musikblogs positive Kritiken bekam. Der Song „Fire Breather“ gilt als ihre erste offizielle Single, den sie noch im selben Jahr via Soundcloud ins Internet stellte. Bis heute zählt „Fire Breather“ zu ihren bekanntesten Songs, was nochmals unterstreicht, dass auch mit einfachen Mitteln und etwas DIY-Attitüde große Kunst entstehen kann.
Doch nicht nur ihre Songs schreibt und produziert die Britin selbst, ab 2014 vertreibt sie diese sogar über ihr eigenes Label Next Time Records. Die Debüt-EP „To The Hills“ erscheint noch im selben Jahr über Next Time Records, ehe Laurel mit den Arbeiten an ihrem Debüt-Album beginnt. „Dogviolet“ erscheint vier Jahre später und ist wie alle anderen Veröffentlichungen des Multitalents in kompletter Eigenregie entstanden. Während des Entstehungsprozesses von „Dogviolet“ schien der musikalische Output der Britin so groß zu sein, dass sie kurzerhand die EP „Park“ veröffentlichte und eine erste eigene Headline-Tour spielte. Neben dem Release einzelner Singles verkündete das DIY-Talent zudem erstmals mit Counter Records bei einem Label unter Vertrag zu stehen.
Laurel – Scream Drive Faster
Mit frischem Rückenwind zog es Laurel von London nach Los Angeles, was sich auch in ihrer Musik widerspiegelt. Gemeinsam mit dem Produzenten Chrome Sparks arbeitet Laurel an neuer Musik, die als einzelne Singles oder als EP unter dem Namen „Petrol Bloom“ veröffentlicht wurden. War das Debüt-Album „Dogviolet“ vom düsteren und desperaten DIY-Sound Londons geprägt, wirken die Songs auf „Petrol Bloom“ hingegen bunter und aufregender. Die erst kürzlich erschienene EP von Laurel behandelt die neuen Freundschaften und Erlebnisse, die ein Umzug nach Los Angeles mit sich bringt, ihre Entwicklung, aber eben auch die Isolation durch eine globale Pandemie.
Laurels Musik verändert und wandelt sich stetig. Von seichtem Bedroom-Pop in ihrer Anfangszeit als Musikerin zu von Gitarren betontem Indie-Sound, bis hin zu elektronischen Melodien. So wie es für musikalische Talente mit DIY-Faible üblich ist, legt sich Laurel nicht auf ein einzelnes Genre fest, sondern lässt sich und ihre Musik von der Umwelt beeinflussen.
Laurel – Life Worth Living
„Life Worth Living“ war der erste Song ihres bisher einzigen Studio-Albums „Dogviolet“ und wurde bereits im Jahr 2016 veröffentlicht. Als erster Song zu „Dogviolet“, steht „Life Worth Living“ sinnbildlich für Laurels ersten kleinen Genre-Wechsel. Statt dem seichten LoFi-Bedroom-Pop der vorherigen Veröffentlichungen, klingt „Life Worth Living“ durch dominante elektrische Gitarren mehr nach Indie-Rock als nach Pop-Musik. Der Song selbst handelt von nicht erwiderter Liebe, was durch rohe Emotionen in Laurels Stimme verpackt wird, die sich entlang subtiler Gitarren-Soundscapes hangeln. Die wehmütigen Lyrics in Kombination mit anmutiger Eleganz in Stimme und Instrumental sorgen dafür, dass „Life Worth Living“ ein Paradebeispiel für die Vielfältigkeit der britischen Künstlerin ist, weshalb es nicht verwundert, dass der Song zu den populärsten Laurels gehört.
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.