Dieser eine Song: Mattafix – Big City Life
Als YouTube noch in den Kinderschuhen steckte
Wir schreiben das Jahr 2005: YouTube ist seit dem 14. Februar online und noch lange nicht das, was es heute ist. Ein halbes Jahr später veröffentlichten Mattafix mit „Big City Life“ ihre zweite Single-Auskopplung zum Debüt-Album „Signs of a Struggle“. Das dazugehörige Musikvideo lud das Duo bei YouTube hoch. Zur damaligen Zeit liefen Musikvideos lediglich im Fernsehen, Mattafix waren demnach eine Art Pioniere – und das zahlte sich aus. Das Video zu „Big City Life“ war eines der erfolgreichsten weit und breit.
Die Single bescherte Mattafix prompt den internationalen Durchbruch und erreichte in Deutschland, Österreich und der Schweiz Platz eins in den Charts. „Big City Life“ gehörte unter Anderem zum Soudtrack der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und wurde somit einer noch breiteren Masse vorgestellt.
Stilistische Vielfalt
Trotz unterschiedlicher musikalischer Backgrounds, schafften es Mattafix ihre beiden Stile in Einklang zu bringen. Marlon Roudette, der in der Karibik aufwuchs, wurde mit der dortigen Musikkultur sozialisiert und hat folgerichtig die Steel Drum zu seinem Lieblingsinstrument auserkoren. Preetesh Hirjii hingegen wuchs in London auf und sorgte für elektronische Sounds.
Mattafix – Big City Life
Die Hit-Single handelt vom schnelllebigen und lauten Großstadtleben, der sozialen Ungerechtigkeit in urbanen Gebieten und dem Ruhe finden in mitten der Menschenmassen. Ein Teil des Refrains wird dabei in Jamaikanisch-Kreolischer Sprache gesungen: „Big City Life, me try fi get by / Pressure nah ease up, no matter how hard me try / Big City Life, here my heart have no base / And right now Babylon de ‚pon me case“. Der Name des Duos ist im Übrigen auch auf die Karibik zurückzuführen. Mattafix ist auf der Insel St. Vincent ein Slangausdruck für „the matter has been fixed“.
„Big City Life“ zeigt die Vermischung der unterschiedlichen Stile: Einerseits ein simpler Drum-Beat samt Melodie im Synth-Gewand, andererseits karibisches Flair durch einen Mix aus Englisch und jamaikanischem Patois. Die zwei Londoner trafen mit ihrer Pop-Musik den Zahn der Zeit und füllten in Folge Hallen auf der ganzen Welt.
Mattafix – Living Darfur
Ein zweites Album erschien unter dem Titel „Rhythm and Hymns“ im Jahr 2007. Damals thematisierte das Duo den Darfur-Konflikt und drehte das Video zur Single-Auskopplung „Living Darfur“ in einem Geflüchtetenlager in Tschad. Seit 2011 arbeitet Marlon Roudette vor allem als Solo-Künstler, weshalb „Rhythm and Hymns“ bisher das letzte Lebzeichen von Mattafix darstellt.
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