Dieser eine Song: Maxim – Meine Soldaten
Der Siegburger versuchte sich zunächst als Reggae-Musiker. Die Idee, deutschen Reggae zu machen, bezeichnet er rückblickend genauso als dumme Idee, wie ein BWL-Studium anzufangen. Seis drum. Schon 2005 brachte er sein selbstbetiteltes Debüt-Album heraus, der Erfolg ließ aber erst noch eine Zeit auf sich warten – deutschsprachiger Reggae schien nicht allzu gefragt zu sein.
Mit „Staub“ in die Charts
Schnitt. Acht Jahre nach seinem Debüt-Release hat sich die musikalische Ausrichtung von Maxim geändert. Weg vom Reggae, hin zum Pop. Niemand geringeres als Judith Holofernes von Wir Sind Helden griff ihm beim Songwriting ein wenig unter die Arme und schon war „Staub“, das mittlerweile vierte Studioalbum, fertig.
Die erste Single-Auskopplung zu „Staub“ schlug direkt ein wie eine Bombe. „Meine Soldaten“ erreichte Platz 18 in den deutschen Charts und heimste eine Goldauszeichnung ein. Dabei ist der Song gar nicht so chart-tauglich, beachtet man die düstere Stimmung und den melancholischen Text. Doch genau das ist, was „Meine Soldaten“ ausmacht.
„Alles, was sich bewegt, lass ich streng überwachen / Verdächtige Elemente sofort unschädlich machen“. Was nach Krieg und Geheimdienstoperationen klingt, handelt eigentlich von etwas ganz anderem – der unglücklichen Liebe. Auf „Meine Soldaten“ beschreibt Maxim wie er versucht jegliche Gedanken an seine Ex-Partnerin zu verdrängen und zeichnet das Bild von einer Vielzahl an Soldaten, die in seinem Körper ausrücken, sobald irgendetwas den Anschein erweckt, ihn an das Verdrängte zu erinnern.
„Komme was wolle, ich darf die Kontrolle nie wieder verlieren“
Begleitet wird Maxim dabei zu großem Teil von Klavier und dezent platzierten Drums, die dem Song ein düsteres Setting verpassen. Das Instrumental schafft es dabei fast noch besser als der Text die Ernsthaftigkeit der Situation zu beschreiben. Kein einziger Gedanke darf entstehen, alle was auch nur ansatzweise Erinnerungen wecken könnte, muss unbedingt mit jedem Mittel zerstört werden.
Neben einer gemeinsamen Version mit Judith Holofernes hat sich unter anderem auch die Deutschpunk-Band Rogers an „Meine Soldaten“ probiert und die Single als Rockversion herausgebracht. Zwar kommt die Cover-Version nicht an das düstere, fast hypnotische Setting des Originals heran, doch hat es die Düsseldorfer Punkband geschafft, dass man bei ihrer Version von „Meine Soldaten“ sehr wohl aus seinen Gefühlen ausbrechen und den Schmerz zulassen kann.
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