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Dieser eine Song: Miley Cyrus – We Can’t Stop

Posted in: Dieser eine Song
Tagged: Miley Cyrus

Miley Cyrus wurde letzte Woche in die Riege der Disney-Legenden erhoben. Als Kinderstar und Teenie-Idol, die durch ihre Rolle als Hannah Montana in der gleichnamigen Serie weltberühmt wurde, hat die Sängerin sich diesen Titel durch harte Arbeit wohl verdient. Aber es gab auch einen Punkt in ihrer Karriere, an dem Miley der Disney-Glamour zu viel wurde und sie mit diesem Image brechen wollte. Als Leadsingle ihres „Bangerz“-Albums stellt besonders „We Can’t Stop“ einen entscheidenden Wendepunkt dar.

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Nicht mehr Hannah, sondern Miley

2013 sollte für den ehemaligen Teenie-Star ein einschneidendes Jahr werden. Zwei Jahre waren vergangen, seit dem Ende ihrer Disney-Serie. In der Serie porträtierte die US-Amerikanerin einen Popstar, der mit Hilfe einer Perücke sein Privatleben vom Popstar-Dasein trennte. Ähnlich wie in der Geschichte von Hannah Montana, verbrachte Miley die letzten Jahre dieser Ära damit, sich aus einem Doppelleben zu befreien, um die buchstäbliche Perücke endlich abzulegen und ihre eigene Karriere zu etablieren. Ein letztes Album unter Disney-Fittichen ging dann finalen, befreienden Schritt, nach dem Miley bei RCA Records unter Vertrag ging.

Neue Ufer

RCA Records stellte schnell neue klangliche Verbindungen für die damals 19-Jährige her. So waren zum Beispiel Rapper Pharrell Williams und Hip-Hop- und R&B-Producer Mike Will Made It Hauptproduzenten ihres folgenden „Bangerz“-Albums. Dementsprechend diversifizierte sich Mileys bisheriger Pop-Sound mit populären R&B-Einflüssen. Als erste Single erschien der Electro-Pop-Song „We Can’t Stop“. Fun Fact: Eigentlich wurde der Track für Rihanna geschrieben. Nach ihrer Erfolgssingle „Diamonds“ wurde er jedoch an Produzent Mike Will Made It abgegeben, der ihn dann wiederum Miley anbot. Diese fühlte sich von seiner Message einer kompromisslosen Authentizität sofort angezogen und entschied sich auch für dieses Image als Leitbild ihrer neuen Karrierestufe.

Umgesetzt wurde dieses Bild besonders im Musikvideo des Tracks. Das erzählt die Geschichte einer wilden Partynacht, in der Miley und Friends twerken, trinken und auffällig oft eine rote Beats-Pill-Musikbox in die Kamera halten. Eigentlich alles harmloser Spaß, aber trotzdem genug Zündstoff für die Klatschpresse. Denn zu dieser Zeit fiel Miley zunehmenden negativ in den Schlagzeilen à la TMZ und Co. auf, die jeglichen kleinen Fehlschritt der Sängerin kritisierten. Das Musikvideo war dann quasi nur noch das I-Tüpfelchen.

Teddybären und „Blurred Lines“ bei den VMAs

Das erhöhte Medieninteresse könnte man hier auf jeden Fall als einen Faktor nennen, der Mileys für damalige Verhältnisse auffälliges Verhalten erklären könnte. Denn einer ihrer entweder ikonischsten oder skandalösesten Auftritte, je nachdem wo man sich auf der Fan-Skala befindet, war ihr Auftritt bei den MTV Video Music Awards in 2013. Miley performte dort ihren mittlerweile als Hit-Single qualifizierten Track in einem glitzernden Cartoon-Ratten-Spandex, umrungen von Tänzerinnen und überlebensgroßen Teddybären.

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Nach „We Can’t Stop“ schloss sich der kanadische Sänger Robin Thicke für eine Duett-Version seines damaligen Hits „Blurred Lines“ Miley auf der Bühne an. Bilder des gemeinsame Auftritts, bei dem der damals 36-jährige und die 20-jährige lasziv miteinander tanzten, gingen um die Welt. Die negativen Schlagzeilen bekam im Nachhinein aber vor allem Miley ab. Über die Machtgefälle, die dieses ausbeutende Bild überhaupt erst möglich machen, wollte man sich damals anscheinend nicht bewusst werden.

Eine Frage der Resilienz?

Jahre nach dem Auftritt verriet Miley, wie sehr sie die negative Berichterstattung traumatisierte. Sie konnte zum Beispiel für zwei Jahre keine Bikinis tragen, weil man ihren Körper dermaßen kritisiert hatte und sie dieses negative Selbstbild adaptierte.

Banal gesagt blieb Miley trotzdem tapfer. Ihr Album und darauf enthaltende Singles wie „Wrecking Ball“ stiegen an die Spitze von Charts auf der ganzen Welt und überdauerten den Hate. Folgende Alben und zuletzt „Endless Summer Vacation“ etablierten sie als absoluten Weltstar, der nun endlich seine Lorbeeren einsammeln kann. Für Miley heißt das dieses Jahr ihre ersten beiden Grammy Awards oder eben dem Status einer (Disney-)Legende.

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