Dieser eine Song: Milky Chance – Stolen Dance
Dass es sich bei Milky Chance um zwei Freunde aus dem hessischen Kassel handelt, denkt wohl niemand beim erstmaligem Hören. Zu sehr versucht man sich einen britischen oder US-Amerikanischen Singer-Songwriter vorzustellen, weit entfernt von der Einöde inmitten Deutschlands.
Vom Musik-Leistungskurs direkt in die Charts
Bevor 2012 das Duo Milky Chance entsteht, spielen die beiden Freunde noch gemeinsam in der Band „Flown Tones“. Nach bestandenem Abitur soll es allerdings als Duo weitergehen, woraufhin im Kinderzimmer erste Songs in Eigenregie aufgenommen werden. Einer dieser Songs, „Stolen Dance“, wird schnell hunderttausendfach geklickt und mausert sich zum Hit. Aufgrund der großen Resonanz gründen die beiden Musiker kurzerhand mit Lichtdicht Records ihr eigenes Label, über welches das Duo 2013 ihr Debüt-Album „Sadnecessary“ an den Start bringt.
In gleich mehreren europäischen Ländern erreicht die Single-Auskopplung „Stolen Dance“ Platz eins der Charts und auch außerhalb Europas findet die Musik der Kasseler Anklang. Die Eigenregie scheint Früchte zu tragen: die Hallen füllen sich weltweit und gerade in Neuseeland und den USA scheint die melancholisch angehauchte Folktronica seine Liebhaber:innen zu finden. Zu den Fans der beiden Musiker zählt scheinbar auch der US-Amerikanische Late Night Host Jimmy Kimmel, der mit Milky Chance erst die zweite deutsche Band (nach Rammstein) in seine Show eingeladen hat.
Milky Chance – Stolen Dance
Nach diversen Tourneen durch Nordamerika, Australien, Neuseeland und Europa steht mit „Blossom“ 2017 das Nachfolgewerk zum Debüt in den Verkaufsregalen. „Blossom“ knüpft genau da an, wo „Sadnecessary“ angefangen hat. Milky Chance liefern seicht melancholischen Gitarren-Pop gepaart mit begleitenden beats, die auf „Blossom“ allerdings nicht mehr nur digital entstehen. Trotz Gastmusiker:innen wie Tash Sultana wirkt auch das 2019 erscheinende dritte Studioalbum „Mind The Moon“ wie die direkte Fortsetzung der vorangegangenen LPs, was Krtikier:innen dazu bewegt Milky Chance Einfallslosigkeit vorzuwerfen.
Einfallslosigkeit hin oder her, „Stolen Dance“ kratzt langsam, aber sicher an den eine Milliarden Spotify-Streams und auch die Aufrufzahlen diverser anderer Songs der Band können sich sehen lassen. An die seichte Melancholie aus „Stolen Dance“ kommt zwar kaum ein Song ran, doch gerade international finden die Veröffentlichungen von Clemens Rehbein und Philipp Dausch weiterhin großen Anklang.
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