Dieser eine Song: Odezenne – Souffle le vent
Odezenne einem Genre zuzuordnen grenzt an Unmöglichkeit. Die drei Musiker aus Bordeaux bringen unterschiedliche musikalische Vorlieben mit und so entsteht ein unverwechselbarer Sound. Um sich von Label-Zwängen fernzuhalten, ist DIY seit Bandgründung vor fast 20 Jahren unabdingbar. Die Mischung aus Synthesizer-Melodien, Indie-Einflüssen und gerappten Lyrics ist unverkennbar und ließen Odezenne zum französischen Exportschlager werden.
Thematisch schweben die Songs von Odezenne zwischen Weltuntergangsstimmung und Romantik. Die eigentlich lebenslustigen Musiker singen gern über düstere Desillusionierung. Auf ihrem bisher bekanntesten Song „Souffle le Vent“ greifen sie die Stimmung auf, die mit schlechtem, regnerischem Wetter einhergeht und versuchen ihr zu entfliehen. Monoton vorgetragene Texte stehen bei den Franzosen oft in Kontrast zu eher fröhlichen Melodien, bei „Souffle le vent“ lässt aber auch das Instrumental eher bedrückende, fast schon stürmische Stimmung erzeugen. Der Song verzichtet dabei gänzlich auf einen Refrain und einzelne Strophen.
Odezenne – Souffle le vent
„Souffle le vent“ wurde 2015 als Teil des dritten Studioalbum „Dolziger Str. 2“ veröffentlicht. Der Albumtitel bezieht sich auf die Dolzigerstraße in Berlin-Friedrichshain, wo die Band 2014 den Winter über verbrachte. Angesichts des tristen und kalten Berliner Winters, ist es kaum verwunderlich, dass sich „Souffle le vent“ mit stürmischem, ungemütlichem Wetter beschäftigt. Auf „Dolziger Str. 2“ vermischte sich immer deutlicher die Grenze zwischen Rap und Chanson gepaart mit den typischen elektronischen Klängen des Trios, weshalb das Album wegweisend für den weiteren Sound von Odezenne war.
Odezenne – LIVE
Erst letztes Jahr veröffentlichte die Band ihr inzwischen fünftes Studioalbum „1200 métres en tout“. Der Erfolg der Band ist unter Anderem auf die starke Social Media-Präsenz zurückzuführen, vor allem aber auf die noch stärkeren Live-Auftritte. Vor wenigen Wochen veröffentlichten Odezenne dazu ihr erstes Live-Album.
Hier findet ihr unsere Playlist „Dieser eine Song“:
Das neue DIFFUS Print-Magazin
Titelstory: Ikkimel
Auch im Heft: Noah Kahan, Baran Kok, Josi, Robyn, Philine Sonny und Apsilon.
Dazu große Reportagen über die Vaporwave-Szene in Deutschland, die extreme Metal-Szene in Subsahara-Afrika oder das Rap-Projekt „HaftBars“ in einer Berliner Jugendstrafanstalt.