Dieser eine Song: Porridge Radio – Back to the Radio
Alles begann, wie so oft bei Erzählungen über britische Künstler:innen, in Brighton. Porridge Radio war zunächst lediglich Dana Margolin, die aber relativ schnell weitere Musiker:innen um sich scharte. In Bandbesetzung konnte Margolin ihrer Stimme eine andere Kraft verleihen, als lediglich von ihrer Gitarre begleitet.
Von der Presse gefeiert
Die lokale Fachpresse lobte die Veröffentlichungen der Band sofort, wirklicher Erfolg ließ allerdings auf sich warten. Die Jahre vergingen, das Debüt-Album „Rice, Pasta And Other Fillers“ erhielt zwar positive Kritiken, aber so richtig wollte der Funke einfach noch nicht überspringen. Der Guardian bezeichnete die Musik des Quartetts als „slacker indie“, was zwar musikalisch auf eine gewisse Weise stimmen mag, schaut man allerdings den Output der Band an, ist die Bezeichnung weniger zutreffend.
Inzwischen hat die britische Band zwei weitere LPs veröffentlicht. „Every Bad“ erschien Anfang der Corona-Pandemie und setzte Porridge Radio auf die Listen internationaler Festivals und Fans. Es wäre spannend zu wissen, wo Porridge Radio heute stehen würden, wenn Corona nicht genau dann reingegrätscht wäre, als es endlich richtig losging. Doch statt Trübsal zu blasen, begaben sich die vier Briten sofort wieder ins Studio und schraubten am Nachfolgewerk „Waterslide, Diving Board, Ladder To The Sky“, welches im Mai 2022 erschien.
Porridge Radio – Back to the Radio
Und damit wären wir in der Gegenwart und an diesem einen Song angelangt. „Back to the Radio“ war eine der ersten Single-Auskopplungen des neuen Studioalbums und sorgte sofort für rege Aufmerksamkeit. „Back to the Radio“ ist eine Hymne an das Gefühl alles fühlen zu können und dabei nicht zu wissen, wie man damit umgehen soll. Außerdem behandelt der Song die Sorgen und Ängste, die mit einer Musikkarriere einhergehen und dem Wunsch, einfach wieder Kunst nur für sich zu machen: „Lock all the windows and shut all the doors / And get into the house and lie down on the cold, hard floor / Talk back to the radio, think loud in the car / I miss everything now, we’re worth nothing at all“. Die Stimme von Dana Margolin fesselt von der ersten Sekunde an, während leichte LoFi-Akzente den Song langsam aufbauen. Exemplarisch sind kleine, aber feine Synth-Klänge, die so dezent platziert sind, dass sie kaum auffallen, aber dem gesamten Klangkonstrukt seine Tiefe geben.
„Back to the Radio“ lieferte den endgültigen Startschuss für Porridge Radio. Anfang des Jahres war das Quartett für mehrere Live-Shows in Deutschland zu sehen, im Oktober tourt die Indie-Band durch Großbritannien. Jetzt, wo die Karriere Fahrt aufgenommen hat, ist es durchaus möglich, dass Porridge Radio in absehbarer Zeit zu den neuen Sternen am britischen Indie-Himmel zählen werden.
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