DIFFUS

Dieser eine Song: Shakira, Freshlyground – Waka Waka (This Time For Africa)

Posted in: Dieser eine Song

Nachdem die deutsche Nationalelf es im eigenen Land 2006 bis ins Halbfinale der WM schafft, ist die Hoffnung auf den WM-Titel in Südafrika groß. Zwar scheidet sie 2010 wieder im Halbfinale aus, aber wenigstens wird die Enttäuschung von einem echten Hit begleitet: „Waka Waka (This Time For Africa)“ von Shakira. Gemeinsam mit dem Produzenten John Hill und der südafrikanischen Fusion-Band Freshlyground liefert Shakira den Soundtrack für die erste WM, die in Afrika stattfindet. Doch – wer hätte es gedacht – der eingängige Refrain, von dem im Sommer 2010 die halbe Welt einen Ohrwurm hat, stammt nicht von ihr, sondern von der kamerunischen Makossa Band Zangalewa.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.

Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.


Das ein Song von Zangalewa von Shakira verwendet wurde, erfährt der Gründer der Band Jean-Paul Zé Bella erst von einem Freund aus Frankreich. Er hört „Waka Waka (This Time For Africa)“ im Radio und erkennt den Refrain sofort, denn „Zangalewa“ ist seit den 80ern in Kamerun ein weitbekannter Song, sogar schon bevor die gleichnamige Gruppe ihre Version aufnimmt. „Zangalewa“ ist nämlich kein originaler Song der Band, sondern existiert schon länger als Soldatenlied, wird aber erst durch die Studioaufnahme im ganzen Land bekannt. Auch die Mitglieder von Zangalewa sind im kamerunischen Militär tätig, als sie „Zangalewa“ aufnehmen. 

Waka Waka Was?

In den gut zehn Minuten des Originals singen Zangalewa aus der Perspektive eines Soldaten über die Erfahrungen im Militär. In welchen Sprachen gesungen wird, ist nicht ganz klar. Manche Stellen sind Pidgin Englisch, wie es in vielen von England kolonisierten Ländern gesprochen wird, andere in kamerunischen Sprachen wie Doula und Fang. Auch Französisch und Slang, der sich aus mehreren Sprachen zusammensetzt, finden ihren Platz in „Zangalewa“. „Zamina mina he he / waka waka he he / zamina mina zangalewa“, ist die Stelle die wir alle kennen. „Zamina mina zangalewa“ lässt sich grob als „Woher kommst du?“ oder im Kontext des Militärs „Wer hat dich zum Militär gebracht?“ übersetzten. „Waka Waka“ ist kamerunischer Slang für „mach es/schon“. 

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.

Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.


Im Musikvideo zu „Zangalewa“ tritt die Band als Militäroffiziere auf. Sie verkleiden sich mit Uniformen, die sie mit Kissen vollstopfen, um einen dicken Bauch nachzuahmen, tragen weiße Gesichtsfarbe und Tropenhelme, wie sie Kolonialherren getragen haben. Damit machen sich Zangalewa nicht nur über die Offiziere aus dem Westen lustig, die ihr Land kolonialisierten, sondern auch über die heimischen Führungskräfte im Militär, die mit den Kolonialmächten zusammenarbeiteten. Den militärischen Charakter von „Zangalewa“ nimmt auch Shakira in „Waka Waka (This Time For Africa)“ auf, allerdings nicht so kritisch, wie es Zanagalewa gemacht haben. „You’re a good soldier / Choosing your battles / Pick yourself up and dust yourself off / Get back in the saddle“, singt sie in der ersten Srophe, bezieht sich damit aber nicht auf Soldaten, sondern auf die Fußballer. 

Alles nur geklaut?

Aber wie genau kommt eigentlich ein Soldatensong aus Kamerun nach Kolumbien und zu Shakira? „Zangalewa“ findet seinen Weg über den Ozean durch westafrikanische DJs, die ihn in der Klubszene in Kolumbien popularisieren. Dadurch findet er bereits Ende der 80er-Jahre seinen Weg in die kolumbianische Popkultur und damit auch zu Shakira. Nachdem Zangalewa, kolumbianische und kamerunische Kulturblogs und Fans darauf aufmerksam machen, dass „Waka Waka“ nicht von Shakira sei, handeln die Musikerin und ihr Team mit Zangalewa eine außergerichtliche Vereinbarung aus: Die Band bekommt einen Teil der Erlöse und wird in den Credits vom Song vermerkt. Aber auch wenn die Band und Shakira in diesem Fall zu einem beiderseitigen Einverständnis kamen, hinterlässt die Geschichte irgendwie einen bitteren Beigeschmack.

Hier wäre eigentlich etwas eingebettet. Du hast aber Embed und Tracking deaktiviert.

Zur Optimierung unseres Angebots nutzen wir Cookies, Google Analytics und Embeds von Seiten wie YouTube, Instagram, Facebook, Spotify, Apple Music und weiteren. Mit dem Klick auf "Jetzt aktivieren" stimmst du dem zu. Mehr Informationen findest du in unserer Datenschutzerklärung.


Cover neues DIFFUS Magazin

Das neue DIFFUS Print-Magazin

Titelstory: SSIO

Außerdem im Heft: Interviews mit badmómzjay, t-low, Magda, Paula Engels, fcukers, Betterov uvm. Außerdem große Reportagen über Kneipenkultur, Queer Rage und Essays!