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Dieser eine Song: Ufo361 – Ich bin ein Berliner

Posted in: Dieser eine Song
Tagged: Ufo361

Wer in den letzten Jahren deutschen Rap konsumiert hat, ist um den Namen Ufo361 wahrscheinlich nicht herum gekommen. Viele verbinden mit Ufuk Bayraktar, wie der Musiker aus Kreuzberg eigentlich heißt, einen vorwärtsgewandten Trap-Sound nach US-amerikanischem Vorbild und vor allem auf dem selben Qualitätsstandard. Nicht umsonst kann Ufo361 Features mit Gunna, Quavo und Future aufweisen. Auf seinem neusten Album „Sony“ zelebriert er den Opium-Sound, hat dafür auch die passenden Featuregäste Ken Carsson, Destroy Lonely und Lancey Foux dabei und ist voll am Puls der Zeit – wieder einmal.

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„Nein, ich hab nichts im Kopf außer Hip-Hop“

Was die jüngeren von euch vielleicht nicht wissen: Ufo war nicht immer der Trap-Prediger, als den wir den Stay High-Labelboss heute kennen. Seine ersten Erfahrungen sammelte er in den 2010ern auf Battlerap-Bühnen, die ersten eigenen Veröffentlichungen waren noch waschechter Backpacker-Rap auf Boom-Bap-Beats. Sein Streaming-Profil ist von dieser Ära seines Schaffens längst bereinigt, aber auf YouTube findet man noch einige Relikte dieser Zeit, wie zum Beispiel sein Liebeserklärung an den Hip-Hop.

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361, Dicka!

2015 läutet Ufo361 dann ein neues Kapitel in seiner Musik ein. Er trennt sich von Saids Label Hoodrich, auf dem ein Jahr zuvor sein Debütalbum „Ihr seid nicht allein“ erschienen ist. Der Startschuss für seine Independent-Karriere fällt wenig später laut und deutlich und hallt in Folge nicht nur in seiner eigenen Karriere sondern auch in der ganzen Szene: „Ich bin ein Berliner“. So betitelt Ufo361 seinen ersten richtigen Trap-Song, dem in den nächsten Jahren unzählige folgen werden.

Durch das wuchtige Instrumental von den Broke Boys echot Chief Keefs Chicago Drill und die finsteren 808 Mafia-Beats, auf denen Future und Young Thug zu der Zeit rappen. Auf jeden Fall nichts deutsches, was man zu der Zeit kennt, und trotzdem hat der Song mit seiner repetitiven Hook, in der nur die Worte „Ich bin ein Berliner“ und „361, Dicka“ wiederholt werden, definitiv das Zeug nur neuen Hauptstadt-Hymne. Auch im Video kollidieren Kreuzberg und Atlanta:  Mit Bape-Hoodie, Hertha-Trikot und Grills posiert Ufo in einem der unzähligen Spätis, die das Stadtbild prägen. 

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Ufo361 in der Metamorphose – wieder einmal

Der neue Ufo361 findet schnell Zuspruch in der Szene. „Ich bin ein Berliner“ bringt dem Rapper Props von einflussreichen Kollegen wie Fler, Haftbefehl und der 187 Straßenbande, wobei letztere ihn sogar als Gast bei einem Auftritt in Berlin auf die Bühne holen. 2016 veröffentlicht Ufo361 independent das passende Tape zum Song, das ebenfalls „Ich bin ein Berliner“ heißt und mit viel Auto-Tune und 808s ganz eindeutig Richtung Zukunft zeigt. Im selben Jahr folgt „Ich bin 2 Berliner“, dann kommt „Ich bin 3 Berliner“ und dann eine ganze Reihe von stabilen, aber auf Dauer etwas uninspirierten Trap-Alben. Ganze zehn Projekte hat Ufo361 seit der „Ich bin ein Berliner“-Trilogie veröffentlicht – eine Arbeitsmoral, die sonst nur Future oder Gucci Mane in ihren produktivsten Schaffensphasen an den Tag gelegt haben.

Mit seinem neusten Projekt „Sony“ kommt nun endlich wieder ein bisschen Bewegung in Ufos Diskographie: Statt den Migos, Young Thug und Gunna, orientiert sich der Rapper jetzt an Playboi Cartis Rage-Sound und fährt auch visuell die Opium-Ästhetik. Diese Metamorphose klingt bei ihm erstaunlich glaubwürdig – aber wenn man auf „Ich bin ein Berliner“ zurückschaut, weiß man ja sowieso, dass es ihm schon einmal gelungen ist.

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