Dieser eine Song: Vanessa Carlton – A Thousand Miles
Es ist die vermutlich bekannteste und eingängigste Klaviermelodie aller Zeiten. Egal, welches Genre man hört, ob man sich als Hip-Hop-Typ oder Indie-Head beschreibt: „A Thousand Miles“ von Vanessa Carlton kennt einfach jeder. Oder zumindest diese Klaviermelodie, die sich innerhalb von Sekunden ins Hirn einbrennt. Als Vanessa Carlton im Alter von 17 Jahren ebendiese Melodie im Wohnzimmer ihrer Eltern in Pensylvania spielte, rief ihre Mutter, die selbst auch Pianistin ist, ihr aus der Küche zu, dass sie mit diesem Riff einen Hit geschrieben hatte. Und wie das so ist mit Müttern, hat sie Recht behalten.
Vanessa Carlton wuchs in Pensylvania auf, zog aber im Alter von 14 Jahren nach New York, um dort an die School of American Ballett zu gehen. Schon mit einem Jahr saß Vanessa am Klavier, mit sieben Jahren kam dann Ballett dazu: Es waren zwei Leidenschaften, die sie in ihrer Kindheit und frühen Teeniezeit begleiteten. Jedoch störte sie die Strenge, die mit dem Ballett einherging und so fand sie in der Musik ihren Output, bei dem sie machen konnte, was sie wollte. Und anstatt in die Ballett-Stunden zu gehen, begann sie auf dem Klavier in ihrem Studi-Zimmer Musik zu schreiben.
Von wem handelt der Song?
Der Song, der ursprünglich nur „Interlude“ hieß, handelt von einer Person, die Vanessa in ihrer Zeit in New York kennenlernte und auf die sie einen Crush hatte. Der oder die Unbekannte studierte damals Schauspiel an der Julliard School und soll mittlerweile von Rang und Namen in der Filmbranche sein . Vanessa verrät jedoch bis heute nicht, wer diese Person ist. Kein Wunder, denn bis heute weiß auch der Crush nicht, dass „A Thousand Miles“ von ihm handelt – es bleibt also spicy.
Am Klavier durch LA – Das Musikvideo
Das legendäre Musikvideo, in dem Vanessa am Klavier sitzend durch LA fährt, lief im Erscheinungsjahr auf MTV hoch und runter. Es war damals schon klar: Mama hatte Recht, der Song war ein Riesenhit. Schaut man sich das Video an, würde man davon ausgehen, es wurde mithilfe eines Greenscreens aufgenommen. Wie auch sonst, denn Vanessa fährt am Klavier spielend über Highways, mit Mottorädern, die sie überholen, vor einer Blaskapelle in der Stadt oder über den Strand mit Pferden im Hintergrund. Aber nein: all diese Szenen wurden tatsächlich gefilmt. Als „Sicherheitsmaßnahme“ trug Vanessa einen Anschnallgurt unter ihrem Rock und teilweise wurden Straßen für einzelne Szenen gesperrt, aber häufig sind auch einfach unkoordiniert Autos an ihr vorbei gefahren – kein Problem, sie war ja angeschnallt.
Was ein weiterer Schub für den Song war und ultimativ dazu führte, dass er zum unbestreitbaren Evergreen der Pop-Kultur wurde, war der Film „White Chicks“. In einer Szene singt Terry Crews den Song inbrünstig im Auto. Bis heute ist diese Szene ein gefeiertes Meme, das dem Song neben vielen anderen Clips in Zeiten von Instagram und TikTok regelmäßig in unsere Timeline zurückholt.
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