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DJ Schinkensuppe: Nur ein Inside-Joke oder das nächste große Ding?

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Schließt die Augen und lehnt euch zurück. Vergesst eure Umgebung und lasst euch mental entführen in Zeit, in der man Klingetöne für echtes Geld per SMS gekauft hat und kein Synthie-Melodie zu happy und drüber klingen konnte. Eine Zeit, vor dem großen Drama der Love Parade 2010, als Deutschland und die ganze Welt noch in glückseliger Techno-Euphorie schwelgten. Jetzt öffnet eure Augen wieder und widmet sie DJ Schinkensuppe und seinem neuen (zukünftigen) Hit „Sunset“. 

Was klingt, wie ein schlechter Scherz, ist zu unser aller Glück vollkommen ernst gemeint. Viel Kontext zur Person hinter dem skurrilen Pseudonym DJ Schinkensuppe gibt es aktuell noch nicht, nur ein mysteriöses Instagram-Profil, das mit Anime-Bildern, Schriftarten aus der ICQ-Ära und Shuffle-Clips gefüllt ist. DJ Schinkensuppe, so scheint es, ist eine einzige Hommage an die Popkultur der späten 90er und frühen 2000er.

Das spiegelt sich auch in der Musik des Künstlers wieder. Songs wie „About u“ oder „Bye Bye“ liegen irgendwo zwischen euphorischem Trance-Sound, trashigem Party-Schlager und den eingangs erwähnten SMS-Klingeltönen. Gerade aus letzteren kennen wir auch die zur Unkenntlichkeit gepitchte Stimme, mit der DJ Schinkensuppe auf seinen Songs performt. Immer wieder gibt es aber auch Rap-Anleihen in tieferer Stimmlage, wie auf dem Song „Blue Sky“, den schon die befreundete Newcomerin Verifiziert im vergangenen Jahr als ihren Sommerhit bezeichnet hat. All diese Stilmittel sind auch Teil des neuesten Streichs von DJ Schinkensuppe: „Sunset“.

DJ Schinkensuppe – Sunset

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„Sunset“ ist das erste richtige Musikvideo von DJ Schinkensuppe und damit ein kleiner Schritt in Richtung Professionalität. Trotzdem hält sich der Musiker weiterhin bedeckt und lässt sich kurzerhand von einem riesigen Plüschbär mit rosanem „DJ Schinkensuppe“-Shirt repräsentieren. Dieser Teddy begleitet im Video zwei Freundinnen auf einem Roadtrip, während im Hintergrund wie gewohnt ein glückseliger Rave-Beat stampft. Die Hook wird wieder in kindlich hoher Stimme vorgetragen, für die Parts lässt sich Schinkensuppe dann allerdings zu einem energetischen Rap-Part hinreißen. Diese Mischung liest sich völlig irrsinnig, trotzdem bleibt der Sound spätestens nach dem zweiten Hören wie ein zuckersüßes Kaugummi im Gehörgang kleben.

Das Phänomen DJ Schinkensuppe, sein Social-Media-Auftritt und sein bisheriges Schaffen, all das wirkt wie ein geheimer Insider, den man sich unter Freund:innen zeigt. Besser also, ihr werdet schnell Teil davon, denn nach Ohrwurm-Kandidaten wie „Sunset“ wird DJ Schinkensuppe nicht mehr lange nur Geheimtipp bleiben

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