Drens geben sich in „Holy Demon“ ihrer dunklen Seite hin
In vielen Filmen und Büchern wird das Bild von Engelchen und Teufelchen auf den Schultern gemalt, die das eigene Verhalten mit Ratschlägen beeinflussen. Im Bestfall halten sich so gute und schlechte Entscheidungen die Waage, mal sorgt der Engel mit seinen Anleitungen für den sicheren Weg, mal gehen wir bedingt durch den Teufel ein Risiko ein.
Die Dortmunder Band Drens ist in ihrem neuen Song „Holy Demon“ ihren inneren Dämonen gefolgt – und hat sich der dunklen Seite hingegeben. Mit den Worten “Felt first like glitter then so bitter couldn’t hold on to you / I just hold on to my holy demon / And I can’t resist this toxic feeling” beschreibt der Song den Abgrund, an dem man in schlechten Zeiten manchmal steht, wenn es scheinbar nur noch falsche Entscheidungen gibt.
Drens – Holy Demon
Das Video hebt diese Aussage auf die visuelle Ebene und zeigt, wie das Böse langsam aber sicher Besitz von dem Protagonisten ergreift. Erst noch zurückhaltend und gesittet, gibt sich dieser nach und nach komplett seinen Bedürfnissen hin und verfällt der reinsten Völlerei. Anfänglich wehrt er sich noch gegen die gierigen Hände, die ihn greifen wollen, doch dann gerät er doch in die Fänge des Bösen und wird sogar ein Teil davon.
Surf-Pop aus Dortmund
Soundtechnisch stehen Arno, Patrick, Fabian und Joel, auch wenn Dortmund und Kalifornien nicht wirklich etwas gemeinsam haben, mit ihrer Musik für sonningen Surf-Punk, den man eigentlich an der Westküste Amerikas verorten würde. Der übliche, fuzzy Garagen-Sound bekommt auf „Holy Demon“ eine gehörige Portion Alternative Rock untergemischt und sorgt für eine neue Facette im Sound der Band.
„Holy Demon“ wird auch das kommende Album der Band heißen, mit welchem die Dortmunder am 20. Mai 2022 ihr Debüt feiern werden. Und der Titel könnte nicht besser gewählt sein, denn die vier stehen mit ihrer Musik für den ständigen Gegensatz: So sorgen sie für einen bittersüßen Sound, der die Schattenseiten des Lebens ans Licht bringt, ohne dabei den Blick für das Schöne aus den Augen zu verlieren.
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