Ein feministisches Statement „An den Alptraum“: Charlotte Brandi veröffentlicht ihr zweites Album
Sich mit den großen Problemthemen unserer Zeit oder auch persönlichen Traumata künstlerisch auseinanderzusetzen, traut sich nicht jede:r. Charlotte Brandi aber weiß, dass es sich lohnt, sich direkt „An den Alptraum“ zu richten, denn: „Es liegt Erlösung hinterm Horror“. Als Frontfrau der Indie-Band Me And My Drummer konnte sie schon Erfolge feiern, mit ihrem Solo-Projekt stellt sie aber noch genauer klar, wofür sie steht: Für durchaus ernste Themen, die mit einer charmanten Verspieltheit behandelt werden. Mit ihrem zweiten Studioalbum „An den Alptraum“ veröffentlicht Charlotte außerdem ihre erste deutschsprachige LP. In der deutschen Sprache fühlt sie sich aber mehr als wohl, wie immer wieder klar wird. Und auch musikalisch setzt sie sich keine kreativen Grenzen.
Auf „An den Alptraum“ bekommen wir elf Tracks voller Art Pop, der sich nie dem Zeitgeist anbiedert. Charlotte bleibt offen für Einflüsse aus vielen verschiedenen Genres, von Folk („Todesangst“) bis Indie-Rock („Wien“), und auch die Arrangements sind bunt gefächert. Bei vielen Melodien schwingt eine gewisse barocke Mystik mit. Auch das Albumcover, auf dem sie mit erhobenem Schwert am Wasser steht, spielt in diese Ästhetik hinein, die im sakralen A-Capella-Opener „Der Ekel“ gipfelt.
Die Themen sind aber alles andere als mittelalterlich, es geht viel um Geschlechterrollen und Selbstverwirklichung. Der Titel „An den Alptraum“ weist auf zwei zentrale Inspirationen des Albums hin: Zum einen sind einige Songs am Rande der Alpen entstanden; zum anderen spielt sie auch auf den Sammelband „Eure Heimat ist unser Albtraum“ an, der sich mit Feminismus und Deutschland als Heimat auseinandersetzt.
Ein kreativer Befreiungsschlag
Female Empowerment ist ohnehin schon lange ein zentrales Motiv in Charlottes Musik. So waren beim neuen Album nur FLINTA beteiligt, was sich für sie befreiend anfühlte: „Ich habe mich während der Albumproduktion zum ersten Mal kein einziges Mal gefühlt wie ein kleines Mädchen.” Die kreative Freiheit und Ambition, die ihr diese Erfahrung gegeben hat, hört man in jeder Sekunde von „An den Alptraum“.
Charlotte Brandi – Die Alptraum Tour – präsentiert von DIFFUS:
30.03.23 Hamburg, Nachtasyl
31.03.23 Bochum, Christuskirche
01.04.23 Stuttgart, Merlin
08.04.23 Berlin, Zenner
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