Ein ganz heller Stern am Pop-Himmel: TOBIAS mit „siriusstern“
Es ist ein schmaler Grat, emotionalen Deutsch-Pop zu singen, ohne dabei in kitschige Klischees abzurutschen. Wenn es aber jemand schafft, diese Kunst zu meistern, dann schlägt das auf jeden Fall Wellen. Der bayerische Newcomer Tobias ist das jüngste Beispiel dafür.
Seine neue Single „siriusstern“ erzählt von unerwiderter Liebe und Verletzung. Benannt nach dem hellsten Stern am Nachthimmel, der so stark leuchtet, dass man denken könnte, er wäre ganz nah, ist die Unerreichbarkeit der anderen Person, von der man sich diese Nähe ebenfalls erhofft. Doch der Schein trügt und Herzschmerz bleibt: „Schauen hoch zum Stern / Unsere Liebe genau so fern / Warum tust du so weh / Ich will es jetzt verstehen / Du füllst den Tränensee / Mal schauen, ob ich es übersteh‘“.
Dabei wandert die unverkennbare Stimme von Tobias mit Klavierbegleitung zwischen zerbrechlicher Kopf- und tiefer Bruststimme, so dass der Sound einen in ein anderes Universum befördert. Tobias überträgt mit seinem gefühlvollen Gesang die Hoffnung und den Schmerz in einer Weise, die Gänsehaut schafft.
Mit dem charakteristisch gerollten „R“, wann immer Tobias „siriusstern“ singt und dieser Kombination aus Zerbrechlichkeit und emotionaler Weite, die in seinen Liedern geöffnet wird, könnte man fast meinen, Tobias sei der Berq Süddeutschlands. Beide haben jedenfalls auch gemein, dass ihre Musik einen hypnotisch in den Bann zieht und man denkt: „Mehr davon!“. Dieser Wunsch bleibt immerhin nicht unerfüllt, denn Tobias‘ Debüt-EP „zwischendrin“ erscheint am 17. Oktober 2025.
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