Empfehlung des Tages: Agatha is Dead! – no love to prove
Auch wenn derzeit der berühmt-berüchtigte Alternative-Rock-Sound der 2000er noch nicht wieder komplett im Trend ist, blitzt er ja doch immer mal wieder durch. Die Berliner Band Agatha is Dead! ist ein perfektes Beispiel dafür, dass weder Alternative Rock noch Post Punk eingeschlafen ist – und dass dieses Genre hinsichtlich seiner Tanzbarkeit bereit für ein Comeback ist.
Die vierköpfige Band, die sich im Corona-Winter 2021 als Post-Punk-Experiment gegründet hat, ist in der Berliner Underground-Szene längst kein Geheimtipp mehr. Mit ihrem dynamischen und düster-emotionalen Sound sorgen sie für bebende Tanzflächen – inspiriert von ihrer eigenen Liebe zu Bands wie Joy Division, Fontaines D.C. und The Cure. In ihrer neusten Single „no love to prove“ merkt man auf jeden Fall auch den Bloc-Party-Einfluss, von der sich die Band unter anderem inspirieren lässt. Der Song beginnt mit einem Gitarrenriff, dass in aufgelöster Form als helle Melodie durch den Track führt und auf den Gesang antwortet. Refrain und Outro steigern sich mit Schlagzeug und Bass in feinster Alternative-Rock-Manier: Kräftig und energetisch, sodass alle angestaute Wut einmal rausgetanzt werden kann.
Der Song handelt nämlich vom Nachbeben einer beendeten Beziehung und der Einsicht, dass man nicht mehr bereit ist, emotionale Arbeit zu leisten oder irgendwelche Spielchen mitzuspielen: „I‘m determined not to loose / I‘m done fighting over you / Find yourself someone new / to play these games, ‘cause im through“. Die Finalität der Beziehung wird von der Gleichgültigkeit in der tiefen Stimme von Sängerin Lilly doppelt unterstrichen. Pure Emotion trifft auf kräftigen Indie-Rock, der verlangt, die Schuhe auszuziehen, die Möbel aus dem Fenster zu schmeißen und auf der Stelle loszutanzen! Ihre Debüt-EP „order“ erscheint am 9. Oktober 2025.
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