Empfehlung des Tages: AIN‘T UR ENN – Don’t Tell My Bullet
Als Sohn des Rappers Shape und einer musikbegeisterten Mutter früh an Instrumente herangeführt, verzichtete der 2005 geborene Luzerner Ennio De Caro auf ein Studium, um sich ganz der Musik zu widmen. Seine Leidenschaft lebt der Multiinstrumentalist nicht nur als Redakteur und Moderator bei Radio 3fach aus, sondern auch in seinem Soloprojekt Ain’t ur Enn. Erstmals veröffentlichte er 2023 eine Doppel-EP mit den Namen „SUMMER EDITION“ und „WINTER EDITION“. Im Mai 2025 erschien das zweite Homestudio-Album „Languish“. Der unkonventionelle Mix aus Garage Rock, Bedroom Pop, Nintendocore und Noise macht Kritiker:innen eine Genrezuordnung schwer. Während die einen von „Katzengejammer trifft auf Drumcomputer“ sprechen, beschreiben andere den Sound als „unkonventionell bis fast unerträglich“. Ennio selbst fasst es simpler und schreibt in seiner TikTok-Bio: „I make music better than Ronnie Radkes“.
Ain’t ur Enn: Über Nü-Metal-Riffs zu Pokémon-Sounds
Seine neue EP „patience, aggressive!.“, ist laut Tomatenplatten-Chef Thomas Götz noch weirder als die Vorgänger. Von Nü-Metal-Riffs und Dub-Grooves, bis hin zu Pokémon-Sounds ist alles dabei. Der Song „Don’t Tell My Bullet“ vertont dabei mittels E-Gitarre, Akustik-Klängen und flimmernden Synths eine spezifische 90s-Nostalgie, wie sie nur Kinder der Gen Z spüren können. Passend dazu gibt es ein DIY-Musikvideo von Antonio Luca Lorusso. In diesem performt Ennio vor einer Sternenlichterkette im Kinderzimmer sowie in verschneiten, nächtlichen Straßen – stilecht mit dem Camcorder eingefangen.
Obwohl Ennio eine erschlagende Menge an Songs schreibt, schafften es nur drei Tracks auf die aktuelle EP. Seine musikalische Sozialisation reicht von den Red Hot Chili Peppers über Arctic Monkeys bis hin zum prägenden Moment, als die Beatsteaks ihm die Tür zu Punkrock und Hardcore öffneten. Beim Gurtenfestival lernte er Drummer Thomas Götz kennen und steckte ihm nur wenig später seine erste EP auf Platte zu. Nur zwei Monate später – noch während seiner Schulzeit und mit kaum Live-Erfahrung – wurde er eingeladen bei den Schweizer Konzerten der Band mit auf der Bühne zu stehen. Wir bleiben jedenfalls gespannt darauf, wie weit der junge Musiker die Grenzen von Garage Band in Zukunft noch austesten wird.
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