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Empfehlung des Tages: Alex the Judge – Schneckenpost

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Tagged: Alex the Judge

Die Nachricht ist im Kopf längst geschrieben, nur abgeschickt ist sie noch immer nicht. Erst kommt etwas dazwischen, dann führt ein Gedanke zum nächsten und plötzlich wartet jemand seit Tagen auf eine Antwort. Alex the Judge kennt diese Umwege. Auf „Schneckenpost“ erzählt er vom Zuspätkommen, Abschweifen und dem Versuch, anderen trotzdem zu zeigen, wie viel sie ihm bedeuten. „Deine Geduld hat ’ne Nachricht verdient / Ich geh lost in ’nem Nebensatz“, heißt es gleich zu Beginn. Später wird auf der Suche nach Nähe noch schnell eine Sidequest erledigt oder ein Mokka gekocht. Mit Selbstironie beschreibt Alex, wie sich selbst die kleinsten Vorhaben verzetteln können. Dabei bleibt hinter den verpassten Abzweigungen eine Sorge spürbar: dass die eigene Langsamkeit als Gleichgültigkeit ankommt.

Der in Südtirol aufgewachsene und heute in Wien lebende Musiker verbindet Indie- und Alternative-Pop mit Rap sowie Einflüssen aus R&B, Soul und Funk. Diese musikalische Offenheit gibt auch seinem am 23. Oktober erschienenen Debütalbum „Allesfresser“ den Namen. Darauf beschäftigt er sich mit Selbstzweifeln, Freundschaft und Zukunftsangst – Themen, die auch in „Schneckenpost“ zusammenfinden. Während alle anderen vorbeiziehen, versucht Alex, sein eigenes Tempo zu akzeptieren: „Mein Zuhause trag ich auf dem Rücken / Das ist kein Sprint, das ist ein Marathonlauf.“ Eine Ausrede macht er daraus nicht. Die Antwort steht schließlich noch aus, das Versprechen an sein Gegenüber aber auch: Es dauert vielleicht, doch er will da sein.

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