Empfehlung des Tages: Amandus 99 – Fragen
Die Idee von Musikvideos, die zwischen zwei Songs gesplittet sind, ist ja an sich nichts Neues. Trotzdem schaffen es Amandus 99 und Danzinger 99, die beiden Musiker hinter dem Duo Neunundneunzig, dieses Konzept innovativ zu denken. Für den neuen Song „Fragen“ und den Streaming-Hit „Regen“ haben die beiden gestern zwei separate Videos veröffentlicht – mit einem bedeutsamen Twist.
Neu und Alt
Der Song „Regen“ ist so etwas wie das Aushängeschild für die Musik aus dem Neunundneunzig-Kosmos. Veröffentlicht wurde das geisterhafte Trance-Stück im Sommer 2022 von Danzinger 99 aka Ilja Danzinger gemeinsam mit DJ <3, dem Alter Ego von Luis Ake. Nach Support vom NNDW-Paten Edwin Rosen sowie der Influencerin Kayla Shyx, macht „Regen“ die Runde in der Bubble und wächst schnell über diese hinaus.
Davon lassen sich Ilja Danzinger und Leonidas Braith, die gemeinsam das Newcomer-Duo Neunundneunzig bilden, nicht beeindrucken. Stattdessen bleiben die beiden Freunde weiter unter dem Radar und finden unkonventionelle Wege, um ihre Musik zu veröffentlichen. Vor kurzem teilten sie zwölf neue Instrumentals auf sechs verschiedenen Profilen, benannt nach den Stops ihrer baldigen Europa-Tour. Der neueste Release aus dem Hause Neunundneunzig fällt dagegen wieder etwas weniger kryptisch aus. Über ein Jahr nach Release spendiert man dem Streaming-Hit „Regen“ endlich ein Musikvideo und veröffentlicht parallel ein Video zu „Fragen“, einem brandneuen Song von Amandus 99.
Überfall aus zwei Perspektiven
Zuletzt hatte Amandus 99 gemeinsam mit Luis Ake eine ravige Hymne auf die „Monogamie“ veröffentlicht, die fast schon euphorisch ausfiel – ein Gefühl, das dem 99-Kosmos ansonsten fremd bleibt. Aber wir können unbesorgt sein: „Fragen“ kehrt zurück zur Tristesse und Melancholie, die die beiden Newcomer so perfektioniert haben.
„So viele Fragen, schon seit Tagen / In meinem Kopf ist es so leer / Hab vergessen, dir zu zeigen / Wie wichtig, du mir bist“, singt Amandus klagend, während er von seinem Partner in Crime mit stechenden Synthies und fragmentierten Breakbeats ausgestattet wird. Partner in Crime ist dabei wortwörtlich zu verstehen: In beiden Videos sehen wir Amandus und Danzinger beim bewaffneten Überfall auf ein Geschäft. Der große Twist an der Sache: Spielt man beide Videos parallel nebeneinander ab, ergänzen sich die Perspektiven zu einem gemeinsamen Visual.
Das funktioniert technisch erstaunlich reibungslos und erzeugt beeindruckende Bilder, zum Beispiel wenn sich Amandus und Danzinger von Screen zu Screen umarmen. Einzig am Ende laufen die beiden Videos auseinander: Danzinger wird beim Überfall niedergeschlagen und findet sich an einem Fluss im Nirgendwo wieder, während Amandus panisch flieht und in ein Auto steigt. Das alles wirkt wie ein Auftakt, wie der Beginn von etwas größerem – und wie wir Neunundneunzig kennen, sind die nächsten Schritte dieser Reise bereits genau geplant.
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