Empfehlung des Tages: Anderswo – Letzter Sommer
Ein letzter Sommer, eine letzte Nacht: Anderswo will noch nicht loslassen. Auf „Letzter Sommer“ blickt der Musiker auf eine Beziehung zurück, in der sich vieles leichter angefühlt hat und die gemeinsame Zukunft schon zum Greifen nah schien. Übrig bleibt die Frage, ob es unter anderen Umständen doch hätte passen können. Ein melodisches Gitarrenriff trägt diese Sehnsucht, während sich verzerrte Backingvocals mit seiner Hauptstimme verbinden. So bekommt der Wunsch, die Zeit noch einmal zurückzudrehen, einen ebenso eingängigen wie melancholischen Sound.
„Letzter Sommer“ gehört zum ruhigeren, nostalgischen ersten Teil seiner zweiteiligen EP „schwarzweiss“, den Anderswo am 30. Oktober veröffentlicht hat. Das Projekt entstand aus dem Frust über eine Musikindustrie. Nach einem Jahr mit Labelverhandlungen und dem wiederholten Versuch, seine Musik in bestimmte Schubladen zu stecken, zog der Musiker die Reißleine. Mit „schwarzweiss“ schafft er sich den Freiraum, unterschiedliche Seiten auszuleben, und richtet sich zugleich an Künstler:innen, die sich musikalisch ausprobieren wollen, statt denselben Song zehnmal zu schreiben. Dazu gehört auch die Veröffentlichung selbst: keine vorab ausgekoppelte Single, kein täglicher TikTok-Marathon. Anderswo möchte damit den Blick wieder stärker auf die Musik lenken – und darauf, was Künstler:innen ausdrücken wollen, unabhängig davon, welcher Sound oder Trend gerade funktioniert.
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